Das «Nasbüechli» von Yvonn Scherrer
(cover)
Yvonn Scherrer geht in ihren Texten nicht nur der Nase nach, sie geht auch von der Nase aus. Die blinde Autorin zeigt uns, dass es nicht nur Farbtöne gibt, sondern auch Duftfarben. Sie behauptet zum Beispiel, von Blättern, sie röchen goldbraun.
Wir erfahren als Leser und Leserinnen, wie ungleich wir über die Sinne reden. In einem ganz kurzen Kapitel sagt Yvonn Scherrer ganz lapidar: «Verluege cha me sech und verlose. Cha me sech o verschmöcke? Eigetlech geit das nid. Ke Regle ohni Usnahm.»
Obwohl auch Düfte unser Fühlen und Handeln steuern, bleiben sie meistens unbewusst. Wir erleben als Leser und Leserinnen die Rosenfelder Bulgariens, die Kakaofrüchte Brasiliens und die Duftkontraste Chinas. Aber auch die Geruchslosigkeit einer zunehmend sterilen Zivilisation.
Nasbüechli. Eine Duftreise. von Yvonn Scherrer (Cosmos)
CD Nasbüechli (2 CDs) von Yvonn Scherrer (Cosmos)
