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Montag, 18.1.2010

Wettlauf gegen die Zeit in Haiti

In Haiti warten die Überlebenden des Bebens immer noch auf Hilfe - vor allem ausserhalb der Hauptstadt. Die Suche nach Verschütteten geht weiter, die Hoffnung aber sinkt.

Mit Hilfe von Sicherheitsleuten werden internationale Hilfsgüter verteilt. (Keystone)

Deza-Mitarbeiter Hans-Peter Lenz in Haiti

So immense Zerstörungen auf so kleinem Raum wie in Haiti habe er noch nie erlebt, sagte Deza-Mitarbeiter Hans-Peter Lenz gegenüber Schweizer Radio DRS. Zusammen mit Mitarbeitern ist er daran, ein Spital in Port-au-Prince wieder instand zu stellen.   Mehr

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Die Regierung in Haiti hat den Notstand im Land ausgerufen. Die Massnahme gelte voraussichtlich bis Ende Monat, sagte der haitianische Ministerpräsident Jean-Max Bellerive in der Hauptstadt Port-au-Prince. Laut Bellerive sind bisher etwa 70'000 Leichen in Massengräbern beigesetzt worden. Die Suche nach Überlebenden gehe weiter.

Hilfe erreicht langsam die Überlebenden
Die Verteilung der Hilfsgüter in der Hauptstadt verbessert sich langsam. Doch noch immer erreichten Wasser, Nahrung sowie Medikamente die hungernde und durstende Bevölkerung nur sehr schleppend, wie der deutsche Journalist Stephan Bachenheimer gegenüber Schweizer Radio DRS erklärte.

Grund dafür seien nicht einfach nur Mängel bei der Logistik. Es fehle einfach an der Infrastruktur, die nicht mehr da sei. Bachenheimer hält sich in Port-au-Prince auf.

Kaum ein Durchkommen in die Vororte von Port-au-Prince
Langsam wird auch das schwere Ausmass der Verwüstung in anderen Gebieten westlich und südlich der Hauptstadt klar. Diese Gebiete waren noch näher beim Epizentrum des Erdbebens. Dorthin seien die internationalen Helfer noch nicht vorgedrungen, sagte Bachenheimer. Es sei das Schlimmste zu befürchten.

Wettlauf gegen die Zeit
Vereinzelt gibt es Berichte von Menschen, die noch immer lebend aus den Trümmern geborgen werden. Solche Meldungen werden aber immer seltener.

Derweil steigt die Gefahr für jene, die seit Tagen mit schweren Brüchen oder offenen Wunden auf einen Arzt warten, meist unter freiem Himmel. Wenn nicht binnen weniger Stunden zusätzliches Personal und auch Material eintreffe, dann sterbe rund ein Drittel dieser schwer verletzten Patienten, sagen Hilfsorganisationen.

Unklare Sicherheitslage in Port-au-Prince
Über die Sicherheitslage in Port-au-Prince gibt es unterschiedliche Informationen. Während die Nachrichtenagentur AP von massiven Ausschreitungen, Schiessereien und Plünderungen berichtet, sagte der Journalist Bachenheimer, die Lage in Port-au-Prince sei aufs Ganze gesehen noch immer erstaunlich ruhig. Plünderungen seien die Ausnahme. Der Grossteil der Bevölkerung warte geduldig auf Hilfe.

Menschen flüchten aufs Land
Auf improvisierten Märkten gebe es wieder einige Lebensmittel zu kaufen, die seien aber zwei- bis dreimal so teuer wie vor dem Erdbeben, so Bachenheimer. Die meisten Menschen könnten sich das nicht leisten.

Auf der Suche nach Trinken, Essen und Unterkunft verlassen nun offenbar Tausende die Krisenregion, um bei Verwandten und Bekannten in weniger betroffenen Gebieten Hilfe zu finden. (bat/batf, dpa/ap)

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Haiti: EDA-Hotline und IKRK-Webseite

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat eine Hotline eingerichtet. Unter der Nummer 031 325 33 33 erhalten Personen Auskunft, welche Familienangehörige in Haiti vermissen.

Für die Suche nach vermissten Angehörigen in Haiti hat das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) eine eigene Webseite eingerichtet. Familienmitglieder im In- und Ausland können sich dort registrieren, um nach Angehörigen zu suchen oder sie darüber zu informieren, dass es ihnen selbst gut geht.

Webseite des IKRK für Angehörige

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