Rechsteiner schafft Sensation
Der neue Ständerat Paul Rechsteiner umjubelt von Parteifreunden im Hofkeller des St. Galler Regierungsgebäudes. (Keystone)
Im Kanton St. Gallen hat überraschend SP-Nationalrat Paul Rechsteiner den Sprung ins Stöckli geschafft. Mit 54'616 Stimmen besiegte er SVP-Präsident Toni Brunner im zweiten Wahlgang äusserst knapp (53.308 Stimmen). Die Wahlbeteiligung betrug 47,7 Prozent.
Rechsteiner sprach von einer «sensationellen Wahl» und einer grossen Aufgabe. Er verdanke seine Wahl den «kleinen Leuten». Nach den Worten von Brunner haben die Wähler der Mitte für Rechsteiner eingelegt. Im Kanton St. Gallen habe sich zudem ein Graben zwischen Stadt und Land aufgetan. Rechsteiner holte in der Stadt St. Gallen 56 Prozent aller Stimmen.
Brunner hatte im Kanton St. Gallen an sich gute Karten, weil sowohl Rechsteiner als auch Michael Hüppi (CVP) gegen ihn antraten. Der auch von der FDP unterstützte Quereinsteiger Hüppi lag an dritter Stelle. FDP-Kandidatin Karin Keller-Sutter hatte die Wahl in den Ständerat am 23. Oktober auf Anhieb geschafft.
Gutzwiller und Diener klar bestätigt
Im Kanton Zürich bleiben die Ständeratssitze in den Händen der Bisherigen. FDP-Mann Felix Gutzwiller machte mit 239'005 Stimmen das Spitzenresultat. Verena Diener von den Grünliberalen wird mit 214'436 Stimmen ebenfalls klar bestätigt. Die Wahlbeteiligung betrug 42,3 Prozent.
SVP-Chefstratege und alt Bundesrat Christoph Blocher landete mit nur gerade 123'939 Stimmen abgeschlagen auf dem dritten Platz. Die SVP sprach in eine Mitteilung von der «logischen Konsequenz aus der Anti-SVP-Koalition».
Blocher war ohne Unterstützung anderer Parteien zum zweiten Wahlgang angetreten. Diener und Gutzwiller werden auch von der CVP und der BDP unterstützt. Keine Empfehlung gab die SP ab. Die FDP setzt allein auf Gutzwiller und die GLP und die Grünen nur auf Diener.
Egerszegi bestätigt - Aargau mit zwei Frauen im Ständerat
Der Kanton Aargau wird erstmals von zwei Frauen im Stöckli vertreten. Christine Egerszegi von der FPP wurde mit 91'973 Stimmen wiedergewählt. Bereits gewählt wurde im Oktober Pascale Bruderer von der SP. Herausforderer Ulrich Giezendanner von der SVP unterlag deutlich mit 57'135 Stimmen. Unterstützung hatte Egerszegi von CVP, BDP, EVP und den Grünliberalen erhalten. SP und Grüne hatten auf eine Empfehlung verzichtet. Die Wahlbeteiligung betrug 39,7 Prozent.
SVP holt mit Föhn auch zweiten Sitz für Kanton Schwyz
Im Kanton Schwyz ist der Showdown unter den bürgerlichen Parteien entschieden. Die SVP holt nach der Wiederwahl ihres Ständerats Alex Kuprecht am 23. Oktober nun mit Peter Föhn auch noch den zweiten Ständeratssitz. Föhn, der sich erst für die zweite Runde aufstellen liess, erhielt 15'899 Stimmen. Der abgewählte CVP-Ständerat Bruno Frick lag mit 14'833 Stimmen nicht stark zurück. Vincenzo Pedrazzini von der FDP machte 10'478 Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug 43,8 Prozent.
Grünliberaler Stadler im Kanton Uri bestätigt
Im Kanton Uri wurrde der Bisherige Markus Stadler (GLP) mit 6945 Stimen wiedergewählt. SVP-Kantonalpräsident Gusti Planzer unterlag mit 5049 Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 48,1 Prozent. Die CVP, deren Kandidat Isidor Baumann am 23. Oktober die Wahl schaffte, unterstützte Stadler in der zweiten Runde nicht. Die SP hatte dagegen Stadler Wahlhilfe zugesagt, die FDP Planzer. (bru, sda)
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