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Samstag, 7.1.2012

Christen fliehen aus Nordost-Nigeria

In Nigeria sind erneut hunderte Christen in den Süden des Landes geflohen. Zuvor war ein Ultimatum der radikalen Sekte Boko Haram abgelaufen. Sie hatte die Christen aufgefordert, den Norden Nigerias zu verlassen. Andernfalls müssten sie mit weiteren Anschlägen rechnen.
Karte: Nigeria

Nach dem Ablauf eines dreitägigen Ultimatums gegen die Christen im Nordosten Nigerias reissen die Angriffe islamistischer Extremisten nicht ab: In der Nacht zum Samstag wurden nach Berichten des nigerianischen Rundfunks bei einem Anschlag sowie bei Zusammenstössen zwischen Sicherheitskräften und bewaffneten Islamisten dutzende Menschen getötet und viele weitere verletzt.

Bei einem bewaffneten Überfall auf eine Kirche im Bundesstaat Adamawa wurden laut Medienberichten acht Menschen getötet. Die Regierung verhängte am Samstag eine nächtliche Ausgangssperre in Yola, der Hauptstadt des Bundesstaates. Der Polizeichef von Adamawa, Ade T. Shinaba, betonte gegenüber der nigerianischen Zeitung «Guardian», dass für alle jüngsten Attacken die radikalislamische Sekte Boko Haram verantwortlich sei.

Sekte will in Nigeria islamisches Recht

Boko Haram lehnt jeden westlichen Lebensstil und das Christentum strikt ab. Die Sekte bezeichnet sich als «nigerianische Taliban» und terrorisiert schon seit Jahren den Norden Nigerias. Über Weihnachten hatte sie bei mehreren Bombenanschlägen auf Kirchen insgesamt mehr als 50 Menschen getötet. Daraufhin verhängte Präsident Goodluck Jonathan vorübergehend den Ausnahmezustand über vier Regionen und liess die Grenzen zu Nachbarländern schliessen.

Offensive gegen Boko Haram
Die nigerianischen Sicherheitskräfte setzten am Samstag ihre Offensive gegen Hochburgen der Boko Haram fort. Bei verschiedenen bewaffneten Zusammenstössen mit Anhängern der Organisation, der Verbindungen auch zur Terrororganisation al-Qaida nachgesagt werden, gab es nach nigerianischen Medienberichten mehrere Todesopfer. Die Behörden bestätigten das allerdings nicht.

Zahlreiche Tote nach Angriffen auf Christen
Am Freitag hatten Unbekannte mindestens 16 Menschen in einem Rathaus in der nördlichen Stadt Mubi erschossen. Am Donnerstagabend waren sechs Menschen bei einem Anschlag auf eine Kirche in der Stadt Gombe getötet worden. Zehn weitere wurden dabei verletzt, einige von ihnen schwer. Unter den Opfern sei auch die Frau des Pastors, sagte Ishaya Bako, ein Mitarbeiter der Kirche, der Nachrichtenagentur dpa.

Boko Haram hatte am Montag den Christen im Norden ein Ultimatum gestellt: Sie sollten innerhalb von drei Tagen die Region verlassen, sonst würden weitere Angriffe folgen. Bereits am Mittwoch waren drei Bomben in den nördlichen Städten Maiduguri und Damaturu explodiert. Dabei gab es keine Todesopfer. (mz, dpa)

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Echo der Zeit vom Montag, 26.12.2011, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

Blutige Weihnachten in Nigeria

Bei verschiedenen Anschlägen gegen Kirchen in Nigeria haben Terroristen der islamistischen Sekte Boko Haram mindestens 40 Menschen getötet. Schock, Wut und Trauer prägen die internationalen Reaktionen auf die Anschläge.


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