Islamistischer Terror in Nigeria
Eine zerstörte Polizeistation in Kano. (Reuters)
Es waren die bisher blutigsten Anschläge der radikal-islamischen Sekte Boko Haram in Nigeria. In der Millionenstadt Kano wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörden mindestens 180 Menschen getötet und viele verletzt.
Chaos und Panik
Ziele der koordinierten Serie von Angriffen in der zweitgrössten Stadt Nigerias waren das Polizeihauptquartier sowie andere Polizeistationen und Ämter.
Laut Radio Vatikan waren auch christliche Einrichtungen betroffen. Zahlreiche Priester hielten sich versteckt. Augenzeugen berichteten von Chaos und Panik in vielen Teilen der Stadt. Bilder des nigerianischen Fernsehens zeigten brennende Häuser.
Rache für Verhaftungen
Die radikal-islamische Sekte Boko Haram bezeichnete die von ihr verübten Anschläge als «Vergeltungsmassnahmen» nach jüngsten Verhaftungen von Mitgliedern der Terror-Organisation. «Unser Kampf richtet sich gegen die Regierung, die Sicherheitskräfte und den Verband der Christen in Nigeria, weil sie uns abgeschlachtet haben», heisst es in der Stellungnahme des Boko Haram-Führers Abubakar Shekau.
Nigerias Präsident Goodluck Jonathan versprach, dass die «Feinde unserer Demokratie» und «Agenten des Terrorismus» verfolgt und ihrer Strafe zugeführt würden.
Christen flüchten
Nigeria leidet seit langem unter dem Terror der Islamisten. Vor drei Wochen hatte die Boko Haram die Christen im überwiegend muslimischen Norden ultimativ aufgefordert, die Region zu verlassen. Rund 10'000 Christen waren nach Angaben des Roten Kreuzes aus dem Norden geflohen. (luek, dpa)
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