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Freitag, 8.10.2010

IWF will Abwertungsspirale stoppen

Der IWF will der Gefahr einer Abwertungsspirale der Währungen mit einem neuen Forum der wichtigsten Industrieländer begegnen. Die internationale Zusammenarbeit in der Wirtschaftspolitik müsse weitergeführt werden, so der IWF.
Hintergrund: IWF und Weltbank

Der Internationale Währungsfonds (IWF) ist eine Organisation der Uno und eine Schwesterorganisation der Weltbank, die ebenfalls zur Uno gehört. IWF und Weltbank wurden 1944 in Bretton Woods gegründet.

Der IWF soll die Stabilität des internationalen Währungs- und Finanzsystems gewährleisten. Zu seinen Aufgaben gehören: Förderung der internationalen Zusammenarbeit in der Währungspolitik, Stabilisierung der Wechselkurse, Sicherung eines geordneten Devisenverkehrs zwischen den Mitgliedstaaten und zeitweilige Kreditvergabe für Mitgliedsstaaten bei Zahlungsbilanzschwierigkeiten.

Der Weltbank beitreten kann nur ein Land, das bereits Mitglied des IWF ist. Hauptaufgabe der Weltbank ist die Verringerung der Armut in der Welt. Sie ist einer der grössten entwicklungspolitischen Akteure weltweit. Sie vergibt Darlehen, Zuschüsse, Beteiligungen, Investitionen und Garantien an ihre Mitglieder und private Investoren in den Mitgliedstaaten.

Zum Auftakt der IWF-Jahrestagung sind Rufe nach einer stärkeren internationalen Zusammenarbeit zur Abwendung eines Währungskriegs laut geworden. Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnte, dass die Kooperation der Staaten nach dem Abebben der Wirtschaftskrise nicht nachlassen dürfe.

Intensiverer Dialog über Währungsfragen

Der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» zufolge will IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn einen ständigen Prozess in Gang setzen, um die Gefahr eines Abwertungsrennens der Währungen zu verringern. Dazu sollten die USA, führende europäische Staaten, China und andere für das Finanzsystem wichtige Schwellenländer in einem neuen Forum zusammenkommen, um den Streit über die Wechselkurse zu lösen.

Der IWF solle dabei eine wichtigere Rolle als in den sonst üblichen Konsultationen spielen, um der Gruppe mehr Gewicht zu verleihen. Länder mit grossen Handelsüberschüssen wie China sollen überzeugt werden, ihr Wachstum stärker auf die Binnenwirtschaft zu konzentrieren.

Währungsabwertungen sind in Mode

China wird seit längerem vorgeworfen, den Wechselkurs der Landeswährung Yuan künstlich niedrig zu halten und sich damit unfaire Vorteile im Aussenhandel zu verschaffen. Hinzu kommt, dass Japan im September erstmals seit Jahren mit massiven Dollarkäufen am Devisenmarkt interveniert hatte, um den Höhenflug der Landeswährung Yen zu stoppen.

Auch mehrere Schwellenländer griffen in jüngster Zeit verstärkt zu Massnahmen zur Abwertung der Landeswährung, um damit die eigene Wirtschaft zu stützen. Dies führte zu Warnungen vor einem Währungskrieg zwischen Industrie- und Schwellenländern. Selbst die USA sind inzwischen in die Kritik geraten, weil ihre grosszügige Geldpolitik den Dollar schwächt.

Währungssystem soll reformiert werden

Frankreich will sich nun im Rahmen seiner bevorstehenden G-20-Präsidentschaft für eine Reform des Währungssystems einsetzen. Ziel sei es, die internationale Abstimmung in der Geldpolitik zu verbessern.

Kapitalflüsse, die zu Turbulenzen an den Devisenmärkten führten, sollten eingedämmt werden sagte Wirtschaftsministerin Christine Lagarde vor dem G-7-Finanzministertreffen am Rande der IWF-Tagung.

Vorwürfe Japans an die USA

Japan forderte eine bessere internationale Abstimmung gegen starke Kursschwankungen an den Devisenmärkten. Ein Wettbewerb um niedrigere Wechselkurse nütze lediglich den Spekulanten an den Finanzmärkten, sagte der stellevertretende Finanzminister Fumihiko Igarashi.

Die USA sollten eine grössere Toleranz bei Währungsfragen zeigen, forderte er zudem. Dies sei auch in ihrem eigenen Interesse. Denn auch den USA sei daran gelegen, die Erholung der Wirtschaft mit Hilfe der Exporte zu stärken.

Washington druckt Dollar
Die US-Notenbank Federal Reserve hatte kürzlich erklärt, den Geldhahn weiter zu öffnen, sollte die Erholung nicht wie gewünscht vorankommen. Dies hatte den Dollar weiter geschwächt. Viele Anleger wandten sich dem Yen und Währungen von Schwellenländern wie dem brasilianischen Real zu. (pet, reuters)

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Donnerstag, 7.10.2010

IWF: Solidarität statt Währungskrieg

IWF und Weltbank warnen, ein Währungskrieg könnte die Weltwirtschaft aus dem Gleichgewicht bringen, worunter alle leiden würden. Beide Organisationen mahnen zu mehr Solidarität.  Mehr


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