Anschlag auf Christen in Nigeria
Der Norden Nigerias kommt nicht zur Ruhe: Bei einem Terroranschlag in der Stadt Kano sind zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Nach Augenzeugenberichten griffen Unbekannte zwei Freiluft-Gottesdienste an einer Universität an.
Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP sah am Tatort etwa 20 Leichen. Offiziell wurden zunächst vier Todesopfer gemeldet.
Auf Flüchtende geschossen
Die Attacke ereignete sich um acht Uhr morgens. Augenzeugen sagten, die Angreifer seien in einem Auto und mit Motorrädern gekommen, hätten das Feuer eröffnet und Sprengsätze geworfen. Anschliessend hätten sie die fliehenden Gottesdienstbesucher verfolgt und niedergeschossen.
«Wir sprachen gerade Gebete, als der Sprengstoff explodierte», sagte eine Studentin. «Ich kann nicht sagen, ob es sich um Selbstmordattentäter handelte, aber viele Leute wurden verletzt.»
Sekte will islamischen Staat
Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Die islamistische Sekte Boko Haram hatte in der Vergangenheit ähnliche Angriffe verübt. In Nigeria kämpft Boko Haram für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden des Landes und verübt regelmässig Anschläge auf Polizei, Behörden und Kirchen.
Immer wieder Anschläge
In Kano, der grössten Stadt im Norden des Landes, kamen im Januar 185 Menschen bei einer Anschlagsserie ums Leben, zu der sich Boko Haram bekannte. Am vergangenen Donnerstag wurden bei Anschlägen auf Zeitungsredaktionen in der Hauptstadt Abuja und der nördlichen Stadt Kaduna neun Menschen getötet. (luek, dpa/reuters/afp/sda)
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