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Mittwoch, 2.5.2012

Österreichs Regierung geht nicht an die EM

Aus Solidarität mit der inhaftierten Julia Timoschenko wird die österreichische Regierung die Fussball-EM in der Ukraine boykottieren. Das haben die Minister in Wien beschlossen. Auch andere europäische Politiker ziehen einen Boykott in Betracht.

Der österreichische Kanzler Werner Faymann (r) und sein Vize Michael Spindelegger erklären die Haltung der Regierung vor der Presse in Wien. (Reuters)

Ukraine: Warum Polen schweigt

Diskussionen über einen allfälligen Boykott der Fussball-EM in der Ukraine reissen nicht ab. Polen aber, Nachbarstaat der Ukraine und Mitveranstalter der Fussball-EM, bleibt stumm. Weshalb?

Beitrag aus Rendez-vous vom Mittwoch, 2.5.2012, 12.30 Uhr, DRS 1, DRS 2, DRS 4 News und DRS Musikwelle

In einem Monat soll in der Ukraine und in Polen die Fussball-EM beginnen. Doch die Plätze auf den ukrainischen Ehrentribünen könnten möglicherweise leer bleiben. Immer lauter wird der Ruf nach einem Boykott der Spiele. Die Regierung in Wien macht nun ernst. Die Minister werden nicht in die Ukraine reisen

Vizekanzler Michael Spindelegger von der konservativen Volkspartei erklärte: «Das ist unser Zeichen der Solidarität mit Julia Timoschenko».

Österreich ist nicht bei der EM dabei, das Team hatte in der Qualifikationsgruppe A nur den 4. Platz geschafft.

Unterstützung für Deutschland
Der sozialdemokratische Kanzler Werner Faymann sagte, der Boykott solle ein «sichtbares Signal» sein, dass Österreich die deutsche Haltung unterstütze. Kanzlerin Merkel erwägt nach Informationen des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel», die deutschen Spiele zu boykottieren, falls sich die Situation für die inhaftierte frühere ukrainischen Regierungschefin Julia Timoschenko nicht bessert.

Deutliche Worte von Westerwelle
Auch der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle hat den Druck auf die Regierung von Viktor Janukowitsch erhöht.

Mit Blick auf die Bestrebungen des Landes, der EU beizutreten, sagte Westerwelle der «Bild»-Zeitung: «Die ukrainische Regierung muss wissen: Der Weg nach Europa führt über eine Brücke, die auf zwei Pfeilern steht: Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.»

Als Mitglied des Europarates müsse die Ukraine ihrer Verpflichtung zu menschenrechtlichen Mindeststandards nachkommen, forderte Westerwelle. «Dass Eile geboten ist, sollte allen in Kiew klar sein.»

Timoschenko ist in ihrem Heimatland zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt worden und klagt über Misshandlungen im Gefängnis. Sie leidet nach eigenen Angaben an schweren Rückenschmerzen und ist in der vergangenen Woche nach den angeblichen Gewaltübergriffen von Wärtern in den Hungerstreik getreten. (luek, dpa/reuters)

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Montag, 30.4.2012

Diskussion um EM-Boykott auch in der Schweiz

In Deutschland sind die Rufe nach einem Boykott der Fussball-EM in der Ukraine am lautesten. Doch auch in der Schweiz sorgen die Vorgänge rund um Julia Timoschenko für Diskussionen. Am pointiertesten äussert sich dazu alt Bundesrat Ogi.  Mehr


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