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Dienstag, 1.5.2012

Jungbär M13 von Zug angefahren

Braunbär M13 ist im Unterengadin von einem Zug der Rhätischen Bahn erfasst worden. Das besenderte Wildtier wurde dabei vermutlich nicht schwer verletzt. Am Ofenpass wurde ein weiterer Bär gesichtet.

Jungbär M13 am 7. April 2012 in einem Wald bei Scuol. (Archiv Keystone)

Der Spätzug von Scuol nach Klosters ist am Montagabend gegen 21.40 Uhr offenbar mit dem Jungbären M13 kollidiert. Der Lokomotivführer meldete den Zusammenstoss, konnte aber nicht mit Gewissheit sagen, ob es sich beim Tier um einen Bären handelte. Wo genau sich der Zwischenfall ereignete, gaben die Jagdbehörden nicht bekannt.

Die mit Scheinwerfern ausgerüsteten Wildhüter fanden an der beschriebenen Unfallstelle keine näheren Hinweise auf einen Zusammenstoss, wie das Bündner Amt für Jagd und Fischerei mitteilte. Blut sei nicht gefunden worden, sagte Wildbiologe Hannes Jenny.

Unter ständiger Beobachtung
M13 konnte am Dienstagmorgen mit GPS-Peilungen ausfindig gemacht werden. Er hatte sich rund 300 Meter von der Unfallstelle entfernt. Seither steht das Tier unter ständiger Beobachtung. Der Bär verhielt sich nach dem Unfall ruhig. Grössere Verletzungen konnten laut Amtsangaben nicht beobachtet werden. Wildhüter hatten am Dienstag Sichtkontakt mit M13, der sich in eine Geländekammer zurückgezogen hat.

Zweiter Bär am Ofenpass
Ebenfalls am Montagabend meldete eine Automobilistin eine Bärensichtung am Ofenpass zum Münstertal. Die Wildhut konnte das Tier noch im Laufe der Nacht auf Dienstag sichten, wie die Jagdbehörden weiter mitteilten. Um welchen Braunbären es sich handelt, sei nicht bekannt.

Nicht auszuschliessen ist, dass es sich um M12 handelt, der Bruder von M13. Die beiden streiften in letzter Zeit zeitweise gemeinsam im Grenzgebiet von Tirol und Graubünden umher. M13 war vor rund drei Wochen, am Karsamstag, erstmals im Unterengadin beobachtet worden.

Von Auto überfahren
M12 und M13 stammen vom gleichen Wurf aus dem Ansiedlungsprojekt «Life Ursus» im italienischen Trentino. Der dritte Bär des gleichen Wurfes, M14, ist nicht mehr am Leben. Der Jungbär war in der Nacht auf den 22. April auf der Brenner Staatsstrasse in Südtirol von einem Auto angefahren und getötet worden. Er soll präpariert und in einem Museum ausgestellt werden. (bru;mz, sda)

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