Burma: Cameron möchte Sanktionen aufheben
Der britische Premier David Cameron ist in Burma zu Besuch, hier im Gespräch mit Parlamentarierin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi. (Keystone)
Grosbritanniens Premierminister David Cameron besucht zurzeit Burma und hat sich mit Aung San Suu Kyi getroffen. Die frisch ins Parlament gewählte Friedensnobelpreisträgerin habe ihm bei einem Gespräch in der früheren Hauptstadt Rangun beigepflichtet, dass ein Ende der Sanktionen die Reformkräfte innerhalb der Regierung stärken würde, berichteten Journalisten britischer Zeitungen.
Cameron war vor dem Gespräch mit Suu Kyi in der Retorten-Hauptstadt des Militärregimes, Naypyidaw, mit Präsident Thein Sein zusammengetroffen.
Einladung nach London
«Heute ist in Burma Neujahrstag und wir hoffen, dass dies nicht nur Glück und Demokratie für Burma bringt, sondern auch eine engere Freundschaft zwischen unseren Ländern», sagte Suu Kyi. Cameron lud die Oppositionsführerin nach London ein.
Die Politikerin hat in den 1960er Jahren in Oxford studiert und lebte dort lange mit ihrem inzwischen verstorbenen britischen Ehemann Michael Aris. «Vor zwei Jahren musste ich noch nein sagen, aber jetzt kann ich ja sagen» sagte Suu Kyi.
Sie ist von der Junta, die 1988 gegen den Wahlsieg ihrer Partei putschte, jahrzehntelang unter Hausarrest eingesperrt gewesen und erst im November 2010 freigekommen.
Zu Camerons Delegation gehören zahlreiche Unternehmer. Analysten sehen in dem rohstoffreichen Land grosse Investitionsmöglichkeiten. Eine Hürde sind die amerikanischen und europäischen Sanktionen aus der Zeit der Militärdiktatur.
Entscheid über Sanktionen noch im April
Die EU-Aussenminister wollen am 23. April entscheiden, ob die Strafmassnahmen auslaufen sollen. Cameron war lange skeptisch, gehört aber nach Angaben aus britischen Regierungskreisen jetzt zu den Befürwortern einer Lockerung der Sanktionen.
Burma - bis zur Unabhängigkeit 1948 Teil der Kolonie Britisch-Indien - öffnet sich seit dem Amtsantritt von Thein Sein rasant. Der Präsident steht zwar einer Regierung von Gnaden des Militärs vor, betreibt aber demokratische Reformen.
Thein Sein liess hunderte politische Gefangene frei. Ausserdem ebnete er Suu Kyi, die unter Hausarrest eingesperrt war, den Weg zurück in die Politik und begann die Aussöhnung mit den ethnischen Minderheiten.
Erst im November hatte US-Aussenministerin Hillary Clinton Burma als Zeichen der Anerkennung besucht und sich ebenfalls mit Suu Kyi getroffen. (basn;bru, sda/dpa)
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