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Montag, 7.5.2012

Ausländer erobern Schweizer Chefetagen

Grosse Schweizer Firmen setzen zunehmend auf Führungskräfte aus dem Ausland. Bis 2014 werden sie nach Einschätzung von Experten die Mehrheit in den Geschäftsleitungen stellen. Bei den Verwaltungsräten dagegen sei der einheimische Nachwuchs gesichert.

(Reuters Archiv)

Schlüsselrollen für Führungskräfte aus Deutschland

Der «schillingreport» des Headhunters Guido Schilling hat untersucht, wie sich Chefetagen und Verwaltungsräte bei Schweizer Unternehmen personell verändert haben.

Beitrag aus Rendez-vous vom Montag, 7.5.2012, 12.30 Uhr, DRS 1, DRS 2, DRS 4 News und DRS Musikwelle

Ende 2011 waren in den 115 grössten Schweizer Unternehmen 45 Prozent der Geschäftsleitungsmitglieder Ausländer. Die Zahl dürfte weiter steigen, ist Experte Guido Schilling überzeugt. «2014 wird die Mehrheit der Geschäftsleitungsmitglieder keinen Schweizer Pass mehr haben». sagt der Headhunter.

Es gebe einfach nicht genug Schweizer für entsprechende Posten, und im Top-Management der grossen Weltkonzerne sei die Nationalität der Funktionsträger heute häufig Zufall, sagte Schilling. Von den 20 börsenkotierten Schweizer Unternehmen hatten Ende 2011 zwei Drittel einen ausländischen Chef. In den am stärksten kapitalisierten Unternehmen der Schweiz dominieren die Amerikaner.

Wachsende Zahl aus Deutschland
Fast jeder Dritte ausländische Chef kam Ende 2011 aus Deutschland. Alleine diese Gruppe verhelfe der Schweiz zu Wachstum und Wohlstand, sagte Schilling. «Ohne sie hätte die Schweizer Wirtschaft ein Problem.». Ausserdem fühlten sich schweizerische und deutsche Manager einer ähnlichen Führungskultur verpflichtet.

Dennoch ist es für Schilling erstaunlich, dass die Schweizer Wirtschaft auch 2011 deutsche Manager gewinnen konnte: «Im Gegensatz zu 2009/2010 ging es der deutschen Wirtschaft gut.» Auch schreckten Berichte deutscher Medien über ausländerkritische Stimmungen in der Schweiz deutsche Managerfamilien tendenziell ab.

Schweizer Nachwuchs bei Verwaltungsräten
Anders sieht die Entwicklung bei den Verwaltungsräten aus: Bei den 89 grossen Schweizer Unternehmen, die im Schilling-Report untersucht wurden, liegt der Ausländeranteil bei 34 Prozent. Das ist ein Prozentpunkt weniger als noch ein Jahr zuvor.

Bei den Verwaltungsräten sei die Einbettung in den Kontext eines Landes wichtiger als bei Konzernchefs, die weltweit vernetzte Konzerne lenkten. Für Schilling ist es wichtig, dass Verwaltungsräte die Schweiz kennen: «Sie müssen sich beispielsweise mit dem Obligationenrecht auskennen.» Ohne diese Voraussetzung sei es schwierig, in einem Unternehmen hierzulande die Rolle eines Verwaltungsrats zu übernehmen. (bat;bru, sda)

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