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Dienstag, 8.5.2012

«Syrien steht vor einem Bürgerkrieg»

Kofi Annan geht mit der syrischen Regierung hat ins Gericht:  Von einer Waffenruhe könne keine Rede sein. Trotzdem ist der Uno-Sondervermittler überzeugt: Die Beobachtermission ist die einzige Chance, einen Flächenbrand abzuwenden.

Uno-Sondervermittler Annan befürchtet das Schlimmste für Syrien. (Reuters)

Bürgerkrieg im zunehmend isolierten Syrien

Einen Tag nach der Parlamentswahl haben Assads Truppen ihre Angriffe wieder verstärkt; die Bekanntgabe der Wahlergebnisse verzögert sich. Nach Schätzungen der Uno sind in Syrien in den letzten 14 Monaten mehr als 9000 Menschen ums Leben gekommen.

Beitrag aus Echo der Zeit vom Dienstag, 8.5.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

Syrien-Sondervermittler Kofi Annan befürchtet den Ausbruch eines umfassenden Bürgerkrieges in Syrien. «Ich glaube, dass die Beobachtermission die einzig verbleibende Chance ist, das Land zu stabilisieren», sagte Annan in Genf.

«Ansonsten haben wir die ernste Sorge, dass Syrien voll und ganz in einen Bürgerkrieg abrutscht». Annan sprach nach einer Sitzung des Uno-Sicherheitsrates in New York, zu der er aus Genf zugeschaltet war.

«Das können wir nicht zulassen»
Annan sagte, dass Ende des Monats alle Uno Beobachter - das Mandat lässt 300 zu - in Syrien sein würden. «Ihre Präsenz wird einen Unterschied machen. Sie mögen wenige sein, aber sie haben einen spürbaren Effekt.»

Nach Worten des früheren Uno-Generalsekretärs hat sich die Lage in Syrien zwar etwas beruhigt, es gebe aber immer noch ernsthafte Verletzungen des Waffenstillstands. Das Regime von Präsident Assad stehe immer noch mit gepanzerten Kräften in Wohngebieten und habe das Militär nicht wie zugesagt zurückgezogen. Das sei nicht akzeptabel, sagte Annan. Es gebe aber auch Angriffe gegen Regierungstruppen und deren Einrichtungen.

Spendenaufrauf des IKRK
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz hat zu Spenden für Syrien aufgerufen: Es brauche 24 Millionen Franken, um das Engagement bis Ende Jahr aufrecht zu erhalten, sagte IKRK-Präsident Jakob Kellenberger in Genf. Gemäss Kellenberger gibt es immer mehr Hilfsbedürftige in Syrien, nicht nur wegen der Kämpfe, sondern auch, weil das Land durch die internationalen Sanktionen zunehmend isoliert ist.

Neue Kämpfe
In Syrien haben Regierungstruppen ihre Angriffe auf die Protesthochburgen wieder verstärkt. Nach Angaben von Aktivisten der Opposition wurden durch Schüsse und Artillerieattacken in sieben Provinzen insgesamt 17 Menschen getötet. (smus, dpa/rtd)

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