Robin Gibb ist tot
Januar 1979: Die Brüder Robin, Barry und Maurice Gibb auf dem musikalischen Höhepunkt ihrer Band Bee Gees. (Keystone Archiv)
Der Musiker Robin Gibb ist tot. Er erlag nach Angaben seiner Familie am Sonntag in einem Londoner Spital einem Krebsleiden. Gibb wurde 62 Jahre alt.
Der Musiker war zuletzt schwer gezeichnet von seiner Krankheit, obschon es zwischenzeitlich immer wieder so ausgesehen hatte, als könne er den Krebs besiegen. Dieser hatte sich aber offenbar immer weiter ausgebreitet und nach dem Darm später auch die Leber befallen.
Im April schwächte einen Lungenentzündung den schwerkranken Gibb zusätzlich. Er fiel mehrmals ins Koma und die Ärzte gaben ihm nur noch Tage. Dennoch erholte er sich kurzfristig nochmals, ehe er den Kampf gegen den Krebs nun endgültig verlor.
Riesiger Erfolg mit den Bee Gees
2003 war Gibbs Zwillingsbruder Maurice an den Folgen einer Darmkrankheit gestorben. Die beiden hatten Anfang der sechziger Jahre zusammen mit ihrem Bruder Barry (65) die Bee Gees gegründet - ein Trio mit unverwechselbarem Disco-Sound. Songs wie «Stayin' Alive», «Night Fever», «Juliet» oder «How Deep Is Your Love» werden bis heute gespielt. Mehr als 6000 Cover-Versionen der Bee-Gees-Hits wurden eingespielt.
Die Brüder brachten mehr als 60 Hits in die Charts und verkauften über 200 Millionen Platten. Damit waren sie ähnlich erfolgreich wie die Beatles, die Rolling Stones oder Pink Floyd. Die Band wurde in die Rock'n Roll Hall of Fame aufgenommen und gewann sieben Grammys.
Robin Gibb wurde 1949 auf der Isle of Man als Sohn eines Schlagzeugers geboren. Neun Jahre später wanderte die Familie nach Australien aus. Gemeinsam mit seinen Brüdern gründete Robin dort die «Brothers Gibb», nach der Rückkehr nach Grossbritannien wurden aus den Anfangsbuchstaben die Bee Gees. Ihr Soundtrack zum Film «Saturday Night Fever» besiegelte 1977 endgültig ihren Erfolg.
Auch als Songwriter erfolgreich
Auch als Songwriter leisteten die Brüder Gibb einen enormen Beitrag zur Popgeschichte. Interpreten wie Barbra Streisand, Diana Ross, Céline Dion und Kenny Rogers sangen Stücke aus ihrer Feder. Nur die Beatles um Paul McCartney und John Lennon waren erfolgreicher.
Robin Gibb hinterlässt vier Kinder. Seine Söhne Spencer und Robin-John sowie Tochter Melissa sind bereits erwachsen. Von seiner Frau Dwina lebte er zuletzt getrennt, sie hatte ihn jedoch wiederholt am Sterbebett besucht. (ank;bru, dpa/sda/reuters)
