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Freitag, 25.5.2012

Dreifachmord: Lebenslänglich für alle Angeklagten

Das Urteil in Sachen Schenkkreis-Morde von Grenchen ist gesprochen: Alle drei Angeklagten werden zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Gericht folgt der Staatsanwaltschaft und verhängt die Höchststrafe.

Tatort in Grenchen im Juni 2009: Polizeiabsperrung vor dem Mehrfamilienhaus, wo die Morde verübt wurden. (Keystone)

Höchststrafen für Schenkkreis-Morde

Beitrag aus Echo der Zeit vom Freitag, 25.5.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

Stichwort: Schenkkreis

Schenkkreise sind eine Form von Schneeball- oder Pyramidensystemen. Neue Teilnehmer «schenken» nach ihrem Eintritt in die Gruppe älteren Mitgliedern Geld. Dabei hoffen sie, später selber «beschenkt» zu werden, wenn sie in der Hierarchie aufsteigen. In der Schweiz sind Schenkkreise verboten.  Mehr

Knapp drei Jahre nach dem Dreifachmord von Grenchen wurden alle drei Angeklagten zur Höchststrafe verurteilt. Das Amtsgericht Solothurn-Lebern verurteilte die beiden geständigen Männer sowie die Drahtzieherin der Morde je zu lebenslänglicher Haft.

Die zentralen Anklagepunkte lauteten auf mehrfachen Mord, qualifizierten Raub und mehrfache strafbare Vorbereitungshandlungen zu Mord und Raub. Das Gericht sprach alle drei Angeklagten in allen Punkten schuldig. Die drei Verurteilten kündeten schon im Gerichtssaal an in Berufung gehen zu wollen. Somit wird sich auch das Solothurner Obergericht noch mit dem Fall beschäftigen müssen.  

Zwei von drei Angeklagten waren geständig
Zwei Männer hatten die Morde an der Familie vor und während des Prozesses bereits gestanden. Unklar blieb vor der Gerichtsverhandlung die Rolle einer ebenfalls angeklagten 51-jährigen Frau. Sie bestritt im Prozess die Mordvorwürfe. Das Gericht sah es nun allerdings als erwiesen an, dass die Frau als «Denkerin und Lenkerin» des Mordes zu betrachten sei und verurteilte auch sie zur Höchststrafe.

Grausam und kaltblütig
In der Begründung sprach das Gericht von einer «grausamen und kaltblütigen Tat». Die Tötung sei geplant gewesen und hatte nur das Ziel unliebsame Zeugen zu eliminieren. Die Tötung zeige eine von «Egoismus geprägte Geringschätzung fremden Lebens.» Es sei bei der Tat alleine um egoistische Ziele gegange, das Motiv aller drei Verurteilten sei Geldgier.

Schenkkreis-Morde
Bei den sogenannten Schenkkreis-Morden wurde im Juni 2009 eine dreiköpfige Familie ermordert. Die Angeklagten wollten Geld erbeuten um ihre finanziellen Probleme zu lösen. Sowohl die mutmasslichen Täter als auch die Opfer waren in illegale Schenkkreise involviert. (sda, bras)

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Audio-Beiträge:


Beitrag
Hören (0:59)

Andrea Affolter, die den Prozess im Gericht mitverfolgte, im Gespräch mit Andrea Jaggi
Hören (3:44)

Montag, 7.5.2012

Schenkkreis-Mord: Verteidiger kritisieren Gutachter

Im Prozess zum Dreifachmord von Grenchen SO hielten am Montag die Verteidiger der beiden angeklagten Männer ihre Plädoyers. Beide Anwälte verfolgten die gleiche Strategie: Sie stellten ihre Mandanten als willenlose Vollstrecker der Wünsche der ebenfalls angeklagten Frau dar. Und sie kritisierten das Gutachten des Psychiaters. Dieses sei mangelhaft.  Mehr

Beitrag (1:39)


Letztes Update: Dienstag, 1.5.2012

Schenkkreis-Mord: «Eine unentschuldbare Tat»

Sie haben drei Menschen getötet, eine ganze Familie ausgelöscht. Seit Montag stehen drei Angeklagte in Solothurn vor Gericht. Ihnen wird der «Schenkkreis-Mord» von Grenchen zur Last gelegt. Angeklagt sind sie wegen mehrfachen Mordes und wegen Raubes. Am ersten Prozesstag schockierten die Angeklagten mit detaillierten Berichten der grausamen Tat.  Mehr

Beitrag (1:02)


Montag, 30.4.2012

Der «Schenkkreis-Mord» von Grenchen

Knapp drei Jahre nach dem Dreifachmord von Grenchen müssen sich ab heute zwei Schweizer und eine Schweizerin vor dem Amtsgericht Solothurn-Lebern verantworten. Der Prozess dauert viereinhalb Tage. Das Gericht eröffnet die Urteile am 11. Mai.   Mehr


Montag, 30.4.2012

Schenkkreis-Experte : «Von Gier getrieben»

Der Dreifachmord von Grenchen ist im «Schenkkreis-Milieu» passiert. Hansjörg Ryser aus Grenchen ist Redaktor beim Wirtschaftsmagazin «Bilanz» und Experte für Anlagebetrug und Schneeballsysteme. Er sagt: «Es gibt Hunderte von Schenkkreisen, die jedes Jahr gegründet werden und wieder zusammenbrechen.»  Mehr

Interview mit Hansjörg Ryser, Experte für Schenkkreise (8:36)


Verantwortlich für diesen Beitrag:

Alex Moser


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