Die Liebe siegt in Cannes
Michael Haneke gewinnt seine zweite Goldene Palme in Cannes. (Reuters)
Der bewegende Film «Amour» mit den französischen Schauspielern Jean-Louis Trintignant und Emmanuelle Riva in den Hauptrollen setzte sich gegen 21 andere Werke durch, die am offiziellen Wettbewerb teilnahmen.
Palme Nummer Zwei
Es ist bereits die zweite Goldene Palme für den 70-Jährigen Haneke: Erst vor drei Jahren bekam er den begehrten Hauptpreis für sein schwarz-weisses Sittendrama «Das weisse Band - Eine deutsche Kindergeschichte».
In «Liebe» erzählt Haneke in stillen, fast nur beobachtenden Bildern von dem Ehepaar George und Anna, die seit Jahrzehnten miteinander verheiratet sind. Als Anna dann erst einen, und später noch einen, Schlaganfall erleidet, kümmert sich George liebevoll um sie.
Das wird von den beiden Hauptdarstellern Jean-Louis Trintignant (81) und Emmanuelle Riva (85) überzeugend gespielt.
Jury-Preise für Garrone und Loach
Die Jury unter Vorsitz ihres Präsidenten Nanni Moretti zeichnete ausserdem die Gesellschaftssatire «Reality» des Italieners Matteo Garrone mit dem Grossen Preis der Jury aus. Der britische Regisseur Ken Loach wurde für sein tragikomisches Drama «The Angels' Share» mit dem Preis der Jury geehrt.
Gleich zwei Preise gingen an das Exorzismus-Drama «Beyond the Hills»: Regisseur Cristian Mungiu wurde für das beste Drehbuch geehrt, seine beiden Hauptdarstellerinnen Cosmina Stratan und Cristina Flutur als beste Schauspielerinnen.
Die beiden spielen in Mungius Werk zwei junge Frauen, von denen die eine die andere aus einem Kloster holen will, weil sie nicht ohne sie leben kann. Doch die orthodoxe Gemeinschaft wehrt sich - mit fatalen Konsequenzen. Der Rumäne Mungiu hatte 2007 die Goldene Palme für das Abtreibungsdrama «4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage» gewonnen.
Mikkelsen - bester Schauspieler
Der Däne Mads Mikkelsen spielte in «The Hunt» einen zu Unrecht beschuldigten Kinderschänder - und erhielt dafür die Auszeichnung als bester Schauspieler. In dem Drama von Thomas Vinterberg verkörpert Mikkelsen einen Mann, dessen Leben durch die Lüge eines Kindes zerstört wird.
Weitere Preise gingen an den Mexikaner Carlos Reygadas, der für «Post Tenebras Lux» die Auszeichnung als bester Regisseur erhielt. Für den besten Debütfilm wurde der US-Amerikaner Benh Zeitlin für «Beasts of the Southern Wild» ausgezeichnet. (bürg, dpa, sda)
Mehr zu den Stichwörtern:
