14'000 Obdachlose nach Erdbeben in Italien
Hilfskräfte suchen nach dem Beben in Norditalien nach weiteren Vermissten. (Keystone)
Rettungskräfte suchen in den Trümmern weiterhin nach Überlebenden. Beim Beben mit einer Stärke von 5,8 am Dienstag waren mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen. Nach einer vorläufigen Bilanz gab es 350 Verletzte.
Die Gegend in Norditalien war bereits vor gut einer Woche von einem starken Erdbeben heimgesucht worden. Damals starben sieben Menschen, etwa 50 wurden verletzt.
Hilfskonvoi unterwegs
14 000 Menschen haben bei beiden Beben ihre Bleibe verloren. Ein Hilfskonvoi startete in Rom und sollte Zelte, Betten, Kleidung und Trinkwasser in das Katastrophengebiet bringen.
Über 40 Nachbeben
In der Nacht gab es mindestens 40 neue Erdstösse, der stärkste hatte eine Magnitude von 3,8, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Viele Anwohner verbrachten die Nacht aus Angst in ihren Autos. Erdbebenexperten halten weitere Beben für möglich.
Eine 65 Jahre alte Frau konnten die Helfer lebend aus den Trümmern ihres Hauses in Cavazzo in der Provinz Modena retten. Sie wollte laut Ansa gerade Kleidung aus ihrer bereits bei dem ersten Beben stark beschädigten Wohnung holen, als die neuen Erdstösse das Haus vollkommen zum Einsturz brachten.
Tote vor allem in Fabriken
Der Schaden am Kulturerbe der Region ist immens. Viele historische Gebäude stürzten ein, alte Kirchen wurden zerstört; der Palazzo Ducale in Mantua bekam Risse. Tote gab es aber wie schon beim ersten Beben vor allem in eingestürzten Fabriken. Ingenieure hatten sie gerade wieder freigegeben, wie Rai News berichtete.
Der kommende Montag soll in ganz Italien zum Trauertag für die Erdbebenopfer erklärt werden. Italiens Regierung plant eine Ministerratsitzung, bei der Hilfsmassnahmen für die Region beschlossen werden sollen. «Wir werden die betroffenen Gebiete nicht allein lassen», versicherte Premierminister Mario Monti. Um die Notstandsmassnahmen zu finanzieren, überlegt die Regierung eine Erhöhung der Benzinsteuer,wie italienische Medien berichten. (webs, dpa/sda)
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