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Freitag, 8.6.2012

Jeremic neuer Präsident der Uno-Vollversammlung

Vor gerade vier Monaten hat er seine Kandidatur erklärt, jetzt hat er gewonnen: Serbiens Aussenminister Vuk Jeremic wird neuer Präsident der Uno-Vollversammlung. Doch an seiner Neutralität gibt es Zweifel.

Vuk Jeremic. (Keystone Archiv)

Serbiens Aussenminister wird neuer Präsident der Uno-Vollversammlung

Der 36-jährige serbische Aussenminister Vuc Jeremic ist zum Präsidenten der Uno-Vollversammlung gewählt worden. Das Resultat der Kampfabstimmung setzt ein Signal.

Beitrag aus Echo der Zeit vom Freitag, 8.6.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

Serbiens Aussenminister Vuk Jeremic ist am Freitag zum neuen Präsidenten der Uno-Vollversammlung gewählt worden. In einer Kampfabstimmung, der ersten seit mehr als 20 Jahren, setzte sich der 36-Jährige gegen Litauens Uno-Botschafter Dalius Cekuolis durch.

Für Jeremic stimmten 99 Länder, für Cekuolis 85. Der Serbe wird das Amt im September mit der jährlichen Generaldebatte übernehmen und ein Jahr die Kammer der 193 Uno-Mitgliedsstaaten leiten.

Russland hat mitgemischt
Vor der Abstimmung hatte es Unmut gegeben, weil eigentlich Cekuolis der gemeinsame Kandidat der osteuropäischen Länder war, die diesmal das Vorschlagsrecht hatten. Cekuolis wurde schon vor mehr als acht Jahren nominiert, Jeremic kandidierte erst im Januar.

Diplomaten kritisierten, dass hinter den Kulissen Russland kräftig agiert habe, um Länder von der Wahl Jeremics zu überzeugen. An der Neutralität Jeremics gab es Zweifel: Mehrfach hatte er in Serbien erklärt, er wolle sich im neuen Amt für sein Land einsetzen.

Mit allen zusammenarbeiten
«Wir sind ein kleines, sich entwickelndes Land, das zu keiner politischen oder militärischen Allianz gehört», sagte Jeremic unmittelbar nach der Wahl. «Ich möchte mit allen zusammenarbeiten.»

Seine Wahl sei aber auch ein Tribut an das serbische Volk: «Nach furchtbaren Erlebnissen hat Serbien seinen Nachbarn die Hand gereicht, eine schmerzvolle Ära ist beendet. (...) Wir haben kein anderes Interesse, als den Fortschritt der gesamten Menschheit.»

Der Präsident der Uno-Vollversammlung hat rein protokollarische Aufgaben. (basn, dpa)

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