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Montag, 25.6.2012

Schweizer zufrieden mit Gesundheitssystem

Wie zufrieden sind die Schweizer mit dem Gesundheitssystem? Jedes Jahr macht das Forschungsinstitut GFS im Auftrag von Interpharma eine Umfrage. Dieses Mal im Fokus: Abschaffung des Krankenkassen-Obligatoriums und Einheitskasse. Fazit: Die Schweizer sind mit dem Status quo ganz zufrieden.

Schweizerinnen und Schweizer wollen nicht auf Leistungen im Gesundheitswesen verzichten. (Keystone Archiv)

Zufrieden mit dem Gesundheitswesen

Beitrag aus Rendez-vous vom Montag, 25.6.2012, 12.30 Uhr, DRS 1, DRS 2, DRS 4 News und DRS Musikwelle

Von Inlandredaktorin Karoline Arn

Die Krankenkassenprämien drücken schwer aufs Portemonnaie. Für jeden fünften ist es eine Dauerbelastung. Und die Hoffnung, dass die Kosten sinken, ist kaum noch vorhanden. Umso erstaunlicher, dass trotzdem die grosse Mehrheit nichts am System ändern will. Fast 80 Prozent taxieren es als gut oder sogar sehr gut.

«Wenn man abwägen muss zwischen der Qualität der Leistung und Kosten, sagt eine Mehrheit, dass Ihnen die Qualität wichtiger ist», führt Claude Longchamp aus. Er ist Leiter des Forschungsinstitutes GFS.

Keine Leistungen streichen
Die Ärztinnen und Ärzte selber wählen, das wollen praktisch alle. Nur 6 Prozent möchten diese Wahlfreiheit abschaffen. Und ebenso deutlich wehren sich die Leute, Leistungen zu streichen. Die Bevölkerung ist zufrieden, so wie es ist.

Anders die Politik. Bereits kurz nach dem Schiffbruch von Managed Care haben die Parteien einen bunten Strauss an Reformen präsentiert: Die SP propagiert erneut die Einheitskasse. Die SVP will eine freiwillige Krankenversicherung. Doch nach der heutigen Befragung fände keine dieser Ideen eine Mehrheit.

«Lösungen für breite Bevölkerung»
Kann sich die Politik die Mühe sparen, am Gesundheitssystem etwas ändern zu wollen? Claude Longchamp: «Gesundheitsfragen sind nur in einem sehr beschränkten Masse Profilierungsfelder für Parteien. Man muss Lösungen aufzeigen, die von der breiten Bevölkerung unterstützt werden.»

Zudem brauchten Reformen Zeit, seien wohl Generationenprojekte. SP-Nationalrätin und Gesundheitspolitikerin Jacqueline Fehr will trotz der neuen Umfrage nicht locker lassen beim Kampf für die Einheitskasse: «Das Volk ist müde, sich mit solch komplexen Sachverhalten zu beschäftigen.» Aber sie sei überzeugt, dass wenn es dann um die Abstimmung gehe in ein bis zwei Jahren, die Stimmung eine andere sein werde.

SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi ist weniger zuversichtlich. Er hat die Idee zur Abschaffung des Krankenkassen-Obligatoriums bereits beerdigt: «Offensichtlich ist es chancenlos. Jetzt muss man andere Wege suchen.»

Heute sei einzig möglich, das gültige Gesetz streng umzusetzen und die Leistungen und die Zulassungen besser zu kontrollieren. (basn)

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Montag, 18.6.2012

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