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Samstag, 7.7.2012

Alt Bundesrat Leon Schlumpf gestorben

Der Bündner alt Bundesrat Leon Schlumpf ist tot. Der Vater von Eveline Widmer-Schlumpf starb im Alter von 87 Jahren. Schlumpf war von 1980 bis 1987 Mitglied der Landesregierung und stand dem damaligen Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement vor.

Alt Bundesrat Leon Schlumpf ist im Alter von 87 Jahren gestorben.

Erinnerungen an Alt-Bundesrat Schlumpf

Der Bündner Alt-Ständerat Luregn Mathias Cavelty (CVP) war ein enger Freunde des verstorbenen Alt-Bundesrates Leon Schlumpf. Im Gespräch mit dem Regionaljournal erinnert er sich an einen grossen Mann, einen liebenswürdigen Konsenspolitiker, der begeisterte und viel bewegte. Ohne Bundesrat Schlumpf wäre der Vereinatunnel nie möglich gewesen, sagt Cavelty.

Interview mit Alt-SR Cavelty

Leon Schlumpf ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Der Vater von Eveline Widmer-Schlumpf war ein Vollblutpolitiker. Er absolvierte die klassische Schweizer Polit-Karriere: Zunächst Bündner Regierungsrat, dann Nationalrat und Ständerat.

Einer breiteren Öffentlichkeit wurde er als Preisüberwacher bekannt. Dabei wehrte er sich auch gegen jene, die die Stelle des Preisüberwachers abschaffen wollten. Am 5. Dezember 1979 wurde Schlumpf schliesslich in den Bundesrat gewählt. Dort leitete er das Verkehr-Departement. Verschiedene grosse Projekte sind mit seinem Namen verbunden.

Gewichtige Pflöcke
So hatte er beispielsweise die Koordinierte Verkehrspolitik, das Konzept Bahn 2000, der Leistungsauftrag an die SBB und die Überprüfung des Nationalstrassennetzes unter seiner Fittiche. Zudem gilt er als Vater des Vereina-Tunnels.

Schlumpf verfolgte seine Ziele hartnäckig. Anfänglich fällte er jedoch kaum Entscheide. Seine Gegner warfen ihm dies als Schwäche vor. Gegen Schluss seiner Bundesratszeit entkräftigte er diese Vorwürfe. Es schlug gewichtige Pflöcke ein und drückte der Energie-, Verkehrs- und Medienpolitik seinen Stempel auf.

Wenig Öffentlichkeit nach Rücktritt
Nach seinem Rücktritt aus dem Bundesrat Ende 1987 engagierte sich Schlumpf unter anderem bei der Pro Infirmis und im Vorstand der Organisation Patenschaft für Berggemeinden. Zudem widmete er sich seinem Weinberg, dem Fussball sowie der Familie und der Musik.

Schlumpf galt als begnadeter Musiker. Unter dem Pseudonym Rätus Tellena komponierte er selber Stücke und spielte in verschiedenen Ländlerkapellen. 1997 legte Schlumpf seine Erinnerungen in Buchform unter dem Titel «Reminiszenzen» vor.

Tochter folgt dem Vater
2007 stand Leon Schlumpf erneut im Scheinwerferlicht der Bundespolitik: Seine Tochter Eveline Widmer-Schlumpf wurde überraschend anstelle von Christoph Blocher in den Bundesrat gewählt.

Bevor sie die Wahl annahm, hatte Widmer-Schlumpf - damals noch SVP-Politikerin und Bündner Finanzdirektorin - auch mit ihrem Vater gesprochen, wie dieser danach erzählte: «Wir haben Pro und Contra abgewogen. Und aus ihren Äusserungen habe ich nach dem Gespräch auf eine Annahme der Wahl geschlossen», sagte Leon Schlumpf.

Architekt der SVP
Im vergangenen Dezember durfte er erneut mit seiner Tochter feiern: Anlass war der Empfang von Eveline Widmer-Schlumpf nach der Wahl zur Bundespräsidentin im Kanton Graubünden.

1971 galt Leon Schlumpf als einer der Architekten der SVP. 2008 wohnte er der Gründung der BDP Graubünden bei. Diese Sektion wurde als Nachfolgerin der nach der Wahl von Eveline Widmer-Schlumpf in den Bundesrat aus der SVP Schweiz ausgeschlossenen SVP Graubünden gegründet. (fors, sda)

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