Schwere Kämpfe erschüttern Damaskus
Rauchwolken über Damaskus: Auch einen Tag nach dem Selbstmordanschlag halten die Kämpfe an. (Archiv Keystone)
Getötet, geflohen oder noch aktiv. Nach dem Anschlag auf den Krisenstab in Damaskus ist die syrische Führung schwer getroffen. Hier eine Übersicht über das Schicksal von Assad-Vertrauten. Mehr
Heftige Kämpfe in Damaskus: Nach Angaben von Aktivisten wurden die Regimegegner aus der Luft mit Maschinengewehren und Raketen beschossen. Betroffen waren vor allem die Viertel al-Messe, al-Kabun und al-Midan. Bewohner der Hauptstadt berichteten von Kämpfen in Sichtweite des Präsidentenpalastes und des Regierungsviertels.
Ein Vertreter der Sicherheitsdienste sagte, die «extrem heftigen Gefechte» würden noch zwei Tage andauern, um Damaskus vor Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan «von Terroristen zu säubern».
Bislang hätten sich die Truppen «zurückgehalten», aber nach dem Anschlag vom Mittwoch sei die Armee «entschlossen, alle in ihrem Besitz befindlichen Waffen zur Anwendung zu bringen», sagte er der Nachrichtenagentur AFP.
Immer mehr Menschen auf der Flucht
Landesweit starben nach Angaben der sogenannten Revolutionskomitees mehr als 70 Menschen, davon etwa 30 in Damaskus. Und immer mehr Menschen fliehen aufgrund der Gewalt. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach von einer beginnenden Massenflucht in mehreren Stadtteilen.
Seit Beginn des Konflikts vor 16 Monaten haben rund eine Million Menschen ihre Wohngebiete verlassen müssen. Dies geht gemäss dem Uno-Flüchtlingshilfswerk UNHCR aus neuen Angaben des Syrischen Arabischen Halbmondes hervor.
Aufenthaltsort des Präsidenten unbekannt
Unsicher ist, ob auch Präsident Assad geflohen ist. Nach dem Anschlag am Mittwoch, bei welchem drei seiner engsten Vertrauten getötet worden waren, gab es keine gesicherten Angaben über seinen Aufenthaltsort.
Nach Angaben eines Beraters hält sich Assad im Präsidentenpalast in Damaskus auf. Das syrische Fernsehen zeigte Bilder der Vereidigungszeremonie für den neuen Verteidigungsminister Fahd Dschasim al-Fredsch. Wo die Zeremonie jedoch stattfand, war nicht ersichtlich.
Regimegegner hatten gemeldet, die Präsidentenmaschine sei vom Militärflughafen Messe aus in Richtung der syrischen Hafenstadt Latakia gestartet. Aus Sicherheitskreisen verlautete jedoch, dass nur die Mutter und die Schwester des Präsidenten abgereist waren. (fors, sda/dpa/reuters)
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