12 Tote bei Batman-Premiere in US-Kino
Das «Century 16»-Kino in Aurora, einem Vorort von Denver im US-Bundesstaat Colorado. (Reuters)
Ein junger Mann hat in einem Kino im Vorort Aurora von Denver ein Blutbad angerichtet. Bei der Mitternachts-Vorpremiere zum neuen Batman-Film «The Dark Knight Rises» erschoss er 12 Menschen und verletzte 38 weitere zum Teil schwer.
Der schwer bewaffnete 24-Jährige, der eine Gasmaske wie der Bösewicht Bane im Actionfilm trug, betrat den Kinosaal Nummer neun rund eine Viertelstunde nach Filmbeginn durch einen Notausgang und schoss wild um sich, wie Augenzeugen erzählten. Er habe auch Tränengas in den Saal gesprüht. Unter den Zuschauern brach Panik aus.
Das Massaker ereignete sich zwei Tage vor dem ersten Jahrestag des Massakers von Utøya in Norwegen und ausserdem nur etwa 30 Kilometer entfernt vom Schauplatz des Amoklaufs an der Columbine High School im Jahr 1999.
Schusssichere Weste und mehrere Waffen
Der Täter trug bei seinem Angriff eine schusssichere Weste, wie der lokale Fernsehsender KUSA berichtete. Auch von einem Kostüm war in einigen Medien die Rede. Die Polizei habe bei ihm zwei Pistolen und ein Gewehr sichergestellt, eine weitere Pistole sei später in dem Kino entdeckt worden.
Videoaufnahmen von Zuschauern zeigten schreckliche Szenen: Menschen schrien und drängten zu den Ausgängen, einige waren blutüberströmt. «Der Typ kam über die Treppe und schoss sofort um sich», berichtete ein junger Mann gegenüber CNN.
Einige Kugeln durchschlugen die Wand zum Kinosaal nebenan. Viele der zumeist jungen Premierengäste dachten zunächst, die Schüsse gehörten zum Film. «Ich habe zunächst überhaupt nicht begriffen, was los ist.»
Viele der Verletzten hatten Schusswunden, einige erlitten Rauchvergiftungen, wie KUSA berichtete. Die Verletzten seien zwischen sechs und 31 Jahre alt. Auch ein Baby wurde in einem Krankenhaus behandelt.
Sprengfalle in der Wohnung
Der Täter habe aus einem Kanister Gas ausströmen lassen, sagte der lokale Polizeichef Dan Oates. Die meisten Opfer starben bereits in dem Kinokomplex, einige später im Krankenhaus.
Polizeioffizier Frank Fania von der Polizei in Aurora sagte, das Motiv des Schützen sei unklar. Der Mann habe sich ohne Widerstand festnehmen lassen. Nach der Tat wurde zunächst das Auto des Täters auf Sprengstoff untersucht, später auch dessen Wohnung. Dort entdeckten die Ermittler eine ausgeklügelte Sprengfalle. Deren Entschärfung werde längere Zeit in Anspruch nehmen. Vorsichtshalber wurden umliegende Wohnungen evakuiert.
Die Polizei konnte den Todesschützen gemäss übereinstimmenden Medienberichten identifizieren. Gemäss ersten Erkenntnissen war der ortsansässige 24-Jährige ein «unbeschriebenes Blatt». Es gebe keine Polizeiaufzeichnungen über ihn. Die Polizei schloss Terrorismus als Motiv zunächst aus. Hinweise auf einen Komplizen gab es nicht.
Obama sichert Hilfe zu
US-Präsident Barack Obama zeigte sich schockiert. Seine Regierung werde alles tun, um den Opfern und den Betroffenen zu helfen, kündigte er in einer schriftlichen Erklärung an. Er verkürzte wegen des Blutbads seien Wahlkampftour in Florida.
Nach den tödlichen Schüssen in Aurora sagte das Filmteam für Freitag geplante Werbeauftritte in Paris ab. Die Schauspieler Marion Cotillard und Morgan Freeman stünden für zuvor vereinbarte Interviews mit dem französischen TV-Sender TF1 nicht mehr zur Verfügung, sagte eine Sprecherin der Nachrichtenagentur DPA. (bru; nab, dpa)
