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Freitag, 27.7.2012

Schweizer Stromfirmen haben's schwer im Ausland

Schweizer Stromkonzerne versuchen ihr Glück im Ausland - und scheitern reihenweise: BKW und Axpo reduzierten ihre Beteiligungen, Alpiq zieht sich aus Engagements in Italien und Rumänien zurück. Haben Schweizer Stromfirmen generell ein Problem im Ausland?

Fern des Heimmarkts harzt es für Schweizer Stromunternehmen. (Keystone)

Von Wirtschaftsredaktor Philip Meyer

Schweizer Stromfirmen haben im Ausland mit den gleichen Problemen zu kämpfen wie alle anderen Schweizer Firmen, die dort tätig sind. Sagt Michael Franz, Direktor des Verbandes Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen: Zum einen drücke die Finanz- und Wirtschaftskrise die Preise, zum anderen mache der starke Franken den Unternehmen das Leben schwer. Zudem könne es jederzeit passieren, dass ein überschuldeter Staat seine Fördergelder streiche, so der Vertreter der Elektrizitätsunternehmen.

Schweizer Zwerge
Für Schweizer Stromunternehmen kommt hinzu, dass sie in der Schweiz zwar wichtige Akteure im Markt sind, im Ausland aber kleine Nischenplayer- und die Konkurrenz im Ausland ist gross. Die Schweizer Unternehmen müssen jeweils erst die lokalen Gegebenheiten kennenlernen und sich gegen die gut verankerten Unternehmen vor Ort durchsetzen können.

Unklare Situation in der Schweiz
Das sind hohe Hürden. Trotzdem sei es fast zwingend, dass die Schweizer Stromunternehmer den Weg ins Ausland suchten. Denn mittelfristig müssten die Schweizer Atomkraftwerke ersetzt werden, meint Michael Frank: Die Situation in der Schweiz sei zur Zeit derart unklar, Projekte würden verhindert, die Unternehmen suchten darum eher Investitionen im Ausland, besonders im Bereich Eneuerbare Energien.

Energiestiftung ortet riesigen Markt in der Schweiz
«Einspruch!» sagt Felix Nipkow von der Schweizerischen Energiestiftung. Gerade in der näheren Zukunft stellten sich im Schweizer Markt genug Herausforderungen für die Energieversorger. Sie müssten nicht unbedingt ins Ausland ausweichen. Gerade mit dem angestrebten Ausstieg aus der Atomenergie sei das Potenzial gross in der Schweiz, immerhin müssten in den nächsten 15 bis 20 Jahren fünf AKW ersetzt werden.

Doch Nipkow räumt ein: Der Heimmarkt gehe vor, aber trotzdem sei es nötig, dass sich die Unternehmen nicht völlig aus dem Ausland zurückzögen.

Unternehmerisches Risiko
Dass es nicht für alle der rund 80 Projekte von Schweizer Stromfirmen im Ausland klappen könne, liegt in der Natur des Unternehmertums. Das sagen beide, sowohl der Vertreter der Alternativenergiebranche als auch jener der Elektrizitätsunternehmen. Deshalb dürften Meldungen, wie man sie diese Woche von Alpiq gehört hat, auch in Zukunft die Öffentlichkeit erreichen. (smus;pet)

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Radiobeitrag von Philip Meyer (27.7.2012).
Hören (3:13)

Energiestrategie 2050: Umsetzung des Ausstiegs

Die Energieversorgung nach dem Ausstieg aus der Atomenergie nimmt Formen an. Ende September 2012 schickte der Bundesrat ein erstes Massnahmenpaket in die Vernehmlassung. Das Finanzdepartement soll bis Sommer 2013 eine ökologische Steuerreform ausarbeiten.  Mehr

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