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Freitag, 27.7.2012

Schwere Waldbrände in Russlands Osten

In Sibirien brennen erneut Wälder und Torffelder. Bereits habe es Tote gegeben, hiess es von den russischen Behörden. Sie machen nicht nur die Hitze und ausbleibenden Regen für die Feuer verantwortlich, sondern auch Schlamperei.

Die Waldbrände 2010 gehörten zu den schlimmsten in der Geschichte Russlands. (Keystone Archiv)

Zwei Jahre nach den bislang schwersten Wald- und Torfbränden seiner Geschichte kämpft Russland erneut mit Grossfeuern. «Es gab schon Tote und Verletzte», sagte Regierungschef Dmitri Medwedew in Moskau.

In elf Regionen könne man von einer Notstandssituation sprechen. «Die Lage ist ausserordentlich ernst», sagte Medwedew bei einer Videokonferenz mit Gebietsgouverneuren. Mehr als 3000 Feuerwehrleute waren mit schwerem Gerät im Einsatz. Starker Wind erschwerte die Löscharbeiten.

Tomsk im Ausnahmezustand
Der Flughafen der sibirischen Grossstadt Tomsk rund 3500 Kilometer östlich von Moskau musste wegen Smog gesperrt werden, wie die Agentur Interfax meldete. Löschflugzeuge schütteten in der Region mehr als 60 Tonnen Wasser auf die Flammen in schwer zugänglichen Gebieten ab.

Nicht nur grosse Trockenheit und eine Hitzewelle, sondern auch Schlamperei seien für Brände verantwortlich, kritisierte Medwedew. Er kündigte einen Besuch in einem der betroffenen Gebiete an.

Nichts gelernt aus der Katastrophe von 2010?
Die Behörde für Forstwirtschaft sprach von mehr als 200 Einzelbränden. Über 30'000 Hektar Wald stünden in Flammen, sagte ein Sprecher in Moskau.

Umweltschützer warfen der russischen Führung erneut vor, über kein wirksames Brandschutzkonzept zu verfügen. Der Kreml habe nicht von der Katastrophe vor zwei Jahren gelernt, sagte ein Sprecher der Umweltschutzorganisation Greenpeace in Moskau. Nach offiziellen Angaben kamen 2010 mehr als 50 Menschen ums Leben. (smus;pet, dpa)

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