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Dienstag, 31.7.2012

1.-August-Abzeichen erstmals im «Designer Look»

Die Stiftung «Pro Patria» hofft mit dem diesjährigen 1.-August-Abzeichen auf eine Trendwende und setzt bewusst auf «Designer Look»: Das Zeichen kommt in coolem Aluminium daher und ohne Farbe. Ursprünglich war es als Schmuck für Bundesrätin Micheline Calmy-Rey hergestellt worden.

Das erste Abzeichen aus dem Jahr 1923 zeigt einen Kirchturm in einer Berggemeinde mit Fahnen (Stoffband mit Stickereien); das aktuelle Abzeichen setzt auf einen kühl wirkenden, zeitgemässen Look (eloxiertes Aluminium). (pro patria)

Seit Jahren leidet die Stiftung «Pro Patria» unter rückläufigen Verkaufszahlen bei den 1.-August-Abzeichen. Derzeit setzt sie jährlich noch um die 300‘000 Stück ab, davon 15‘000 im Ausland über Schweizer Botschaften und Konsulate. Zum Vergleich: Im Zweiten Weltkrieg waren es bis zu 900‘000 Abzeichen pro Jahr.

Die Ursachen für den rückläufigen Trend sind nicht einfach zu eruieren. Fest steht, in den letzten Jahren vermochten weder spielerische Sujets – etwa mit eingebautem Kompass oder in Schmetterlingsform – noch besonders schlichte Abzeichen den langsamen, aber scheinbar unaufhaltsamen Käuferschwund aufzuhalten.

An fehlender Heimatverbundenheit dürfte es jedenfalls kaum gelegen haben: Gemäss Umfragen sind die Schweizer seit einigen Jahren so stolz auf ihr Land wie seit langem nicht mehr. Swissness ist in.

Immer weniger Schulen machen mit
Ein Problem sind laut «Pro Patria»-Generalsekretär Roman G. Schönauer auf jeden Fall die immer weniger werdenden Schulen, die ihre Schüler mit den Abzeichen unter die Leute schicken.

Früher sei die Beteiligung an der Verkaufsaktion für die Lehrerschaft eine Selbstverständlichkeit gewesen. Heute wüssten jüngere Lehrpersonen kaum noch, welchen gemeinnützigen Zweck die Stiftung verfolge.

Es sei überdies komplizierter geworden, Schulen zu gewinnen, weil oft zuerst noch die Schulpflege oder ein anderes Gremium Ja sagen müsse. Schade, findet Schönauer, denn die Schüler bzw. die Klassen könnten mit dem Verkauf ihre Kassen aufbessern (zehn Prozent vom Verkaufserlös). Und schliesslich habe es für Kinder «auch einen pädagogischen Effekt, wenn sie etwas für die Gemeinschaft tun können».

Immerhin sind die Abzeichen seit fünf Jahren auch an den Poststellen zu kaufen. Und sie können telefonisch und via Internet auch direkt bei der Stiftung «Pro Patria» bezogen werden. Laut Schönauer würde man auch gerne Grossverteiler für die Aktion gewinnen.

Designer-Abzeichen ursprünglich für Calmy-Rey
Vielleicht bringt das diesjährige Abzeichen eine Wende. Mit seinem «Designer Look» kommt es im Vergleich ungewohnt cool und trendy daher. Es zeigt in kühlem, eloxiertem Aluminium die Konturen der Schweiz, wobei das Kreuz in der Mitte ausgestanzt ist. Es ist nach dem Kriegsjahr 1940 erst das zweite Abzeichen, das gänzlich auf Farbe verzichtet.

Der Genfer Künstler Gilbert Albert hatte das Abzeichen ursprünglich als Halsschmuck in Silber für Bundesrätin Micheline Calmy-Rey hergestellt. Calmy-Rey leitete Albert schliesslich an «Pro Patria» weiter. Das nun angebotene Abzeichen wurde von Schweizer Firmen hergestellt und wie üblich in Schweizer Behindertenwerkstätten zusammenmontiert.

Kleinbauten finanzieren
Der Erlös aus der diesjährigen Sammlung (im letzten Jahr waren es 1,38 Millionen Franken) wird hauptsächlich für Schweizer Kleinbauten verwendet. «Pro Patria» setzt damit eine Tradition fort: In den letzten 15 Jahren hat die Stiftung nach eigenen Angaben Beiträge für die Erhaltung und Restaurierung von über 400 Kapellen, Speichern, Trotten, Ofenhäusern, Mühlen, Sägewerken und weiteren Bauten geleistet. (basn;wedj, sf)

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