Jobwechsel für Bankangestellte schwierig
Neue Kundenberater werden bei den Banken auf Herz und Nieren geprüft. (Keystone)
Von Wirtschaftsredaktorin Susanne Giger
Es sind deutliche Worte des Chefs der Bank Sarasin, Joachim Strähle, wenn es um die Einstellung von neuen Kundenbetreuen geht: Speziell mit der Weissgeldstrategie sei es schwierig, Relation-Manager einzustellen. Denn die Manager brächten häufig Vermögen von Kunden mit, die noch unversteuert sind. Mit der Weissgeldstrategie will die Bank aber nur noch versteuertes Neugeld annehmen.
Tendenz bekannt
Das mache für Banker den Wechsel oder die Wiedereinstellung zur Zeit schwieriger, bestätigt auch die Zürcher Regionalleiterin des Schweizerischen Bankpersonalverbandes Sabina Gasser. «Wir hören diese Tendenz von unseren Mitgliedern, zum einen aufgrund der neuen Weissgeldstrategie und aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit. Die Anforderungen haben sich verändert und es sind weniger Stellen offen.»
Reisetätigkeit zum Teil eingeschränkt
Zum einen ist es die Weissgeldstrategie, zum andern sind es aber auch die Unsicherheiten in der Branche ganz allgemein: Wie steht es mit den neuen Regeln, wann gelten mögliche Steuerabkommen? Vieles ist noch unklar. Das alles macht die Banken vorsichtig bei einer Neueinstellung. Hinzu kommt noch das Problem, dass Mitarbeiterdaten an die USA ausgeliefert wurden.
«Genau die Angestellten, von denen Daten geliefert wurden, sind von dieser Situation betroffen. Beispielsweise wird bei einer neuen Stelle eine Reisetätigkeit verlangt, und das ist oft so nicht möglich», sagt Sabina Gasser.
Banker werden auf Herz und Nieren geprüft - der Stellenwechsel dürfte langwierig und mühsam werden. Und erst recht für diejenigen, die keine Stelle haben und eine suchen - Ende Juli waren es gemäss den Arbeitslosenzahlen des Staatssekretariats für Wirtschaft fast 4000 Personen in der Bankbranche. (lin;pet)
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