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Mittwoch, 8.8.2012

Swisscom hat Fastweb-Probleme gelöst

Preisdruck, starker Franken und Sonderaufwendungen belasten den Gewinn bei der Swisscom. Im ersten Halbjahr verdiente der «Blaue Riese» immerhin noch 928 Millionen Franken. Die italienische Tochter Fastweb ist über den Berg.

Swisscom-Chef Schloter. (Reuters Archiv)

Bei der Swisscom geht die leichte Erosion des Ergebnisses weiter. Im ersten Halbjahr hat der grösste Telekomkonzern der Schweiz im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2011 erneut einen Umsatzrückgang um 1,8 Prozent auf 5,62 Milliarden Franken hinnehmen müssen.

Erwartungen der Analysten übertroffen

Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) verringerte sich um 1,5 Prozent auf 2,24 Milliarden Franken, wie die Swisscom bekannt gab. Unter dem Strich verdiente der «Blaue Riese» in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres 928 Millionen Franken. Das sind 3,5 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Immerhin hat die Swisscom die Gewinnerwartungen der Analysten damit leicht übertroffen. Diese hatten gemäss der Wirtschafts-Nachrichtenagentur AWP im Durchschnitt bei einem Umsatz von 5,63 Milliarden Franken mit einem  Reingewinn von 911 Millionen Franken gerechnet.

Umsatzerwartungen etwas zurückgenommen
Aufs Ergebnis drückten zusätzliche Kosten für Stellenabbau und nicht geldwirksame Aufwendungen für Personalvorsorge. Ohne diese wäre der Gewinn vor Steuern und Abschreibungen um ein knappes Prozent höher als im Vorjahressemester, hiess es.

Für das gesamte Jahr 2012 schraubt die Swisscom die Umsatzerwartungen leicht zurück. Aufgrund der Währungsentwicklung erwarte man nun einen leicht tieferen Nettoumsatz von 11,3 Milliarden Franken, hiess es. Bisher hatte der Konzern 11,4 Milliarden angepeilt. Die übrigen Finanzziele blieben unverändert.

Italienische Fastweb ist über den Berg
Das einstige Sorgenkind der Swisscom, die italienische Fastweb, hat im ersten Semester 2012 trotz weniger Umsatz operativ mehr verdient. In den vergangenen zwei Jahren hatte der Breitbandanbieter der Swisscom jeweils den Gewinn verhagelt.

Der Fastweb-Umsatz schrumpfte um 2,5 Prozent auf 853 Millionen Euro. Grund dafür sei aber das Handelsgeschäft mit Telefonminuten (Hubbing), das man bewusst reduziert habe, sagte Swisscom-Chef Carsten Schloter in einer Telefonkonferenz.

Den Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) konnte der Mailänder Breitbandanbieter um 1,3 Prozent auf 233 Millioinen Euro steigern. Wegen der Euro-Schwäche schlug sich das Ergebnis in den Büchern der Swisscom allerdings negativ nieder. In Franken gerechnet schrumpfte der Fastweb-Umsatz im Jahresvergleich um 7,4 Prozent. Auch der Betriebsgewinn sank um 3,8 Prozent.

Nur noch wenige nichtzahlende Kunden
Auch habe man das Problem mit Privatkunden, die ihre Rechnungen nicht bezahlten, in den Griff bekommen, sagte Schloter weiter. Heute seien es nur noch zwei bis drei Prozent, die nicht bezahlten. «Das ist für Italien ein sehr guter Wert.» Zum Vergleich: In der Schweiz sind es laut dem Swisscom-Chef weniger als ein Prozent. Damit stehe die Schweiz aber einzigartig da in Europa.

Dennoch sei der Umsatz im Privatkundengeschäft bei Fastweb wegen des harten Wettbewerbs um 5,5 Prozent geschrumpft. Den Rückgang habe Fastweb aber durch 78'000 Neukunden und das Wachstum im Grosskundengeschäft kompensieren können. «Fastweb ist wieder voll auf Kurs», sagte Schloter. (pet;bru, sda)

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