USA und Türkei wollen Sturz Assads beschleunigen
US-Aussenministerin Hillary Clinton und ihr türkischer Amtskollege Ahmed Davotoglu in Instanbul: Vorbereitung auf Extremszenario. (Keystone)
Partnerschaft gegen Assad: Mit verstärkter Zusammenarbeit wollen Washington und Ankara den Sturz des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad beschleunigen. «Niemand kann sagen, wann das Regime fallen wird, aber der Tag wird kommen», sagte US-Aussenministerin Clinton am Samstag in Istanbul.
Die Gewalt des Regimes scheine keine Grenzen zu kennen, sagte Clinton weiter. Die USA wollen nun zusammen mit der Türkei und anderen Partnern ihre Anstrengungen für ein Ende des Blutvergiessens und für den Sturz Assads verstärken. Die Geheimdienste beider Staaten und die Streitkräfte sollten dabei eine wichtige Rolle übernehmen. Zudem müssten Lager für chemische Waffen bei einem Sturz des Regimes geschützt werden.
Flugverbotszone?
Auf Einzelheiten wie die von Journalisten auf der Pressekonferenz angesprochene Möglichkeit einer Flugverbotszone ging Clinton nicht ein. Vielmehr betonte sie, dass jeder einzelne Schritt auf seine möglichen Folgen hin gründlich geprüft werden müsse. Dies bedürfe einer genauen Analyse, auch wenn über alle Möglichkeiten gesprochen werde.
Die Chefin der US-Diplomatie und ihr türkischer Kollege Ahmet Davutoglu warnten vor einer dramatischen Verschärfung der humanitären Krise in dem Bürgerkriegsland. «Wir müssen sicherstellen, dass der Übergang möglichst ungestört passiert und es keinen Raum für ethnische Konflikte gibt», sagte Davutoglu. «Solange der Krieg weitergeht, wird sich die humanitäre Lage verschärfen», fügte er hinzu.
Schwere Kämpfe in Aleppo
Die Kämpfe in der nordsyrischen Metropole Aleppo haben sich ausgeweitet. Syrische Artillerie beschoss am Sonntag die nordöstlichen Stadtteile Hananu und al-Schaar, wie die Syrischen Menschenrechtsbeobachter in London berichteten. Neue Zusammenstösse wurden aus dem südwestlichen Bezirk Salaheddin gemeldet. Rebellen griffen dort die Regimetruppen an.
Die Aufständischen waren vor drei Tagen aus Salaheddin verdrängt worden, das sie bis dahin kontrolliert hatten. Die Kämpfe um die strategisch wichtige Stadt dauern seit drei Wochen an.
Flüchtlingswelle in der Provinz Daraa
Ein Artillerieangriff der Regimetruppen löste in der südlichen Provinz Daraa eine Flüchtlingswelle aus. Im Granathagel hätten die Bewohner Schutz in der Umgebung gesucht, teilten Aktivisten mit. Regierungstruppen griffen ausserdem den Ort al-Jiamas in der Provinz Homs an. Nach Darstellung des oppositionellen Syrischen Nationalrats nahmen die Regimekräfte 350 Personen fest. Es sei zu befürchten, dass sie hingerichtet werden.
Nach Informationen von Aktivisten wurden am Sonntag bis zum frühen Nachmittag in ganz Syrien mindestens 47 Menschen getötet. In Syrien sterben derzeit täglich schätzungsweise 100 bis 200 Menschen.
Aussenminister-Treffen in Djidda verschoben
Die Arabische Liga verschob derweil ein für Sonntag in der saudischen Stadt Djidda geplantes Aussenminister-Treffen zur Lage in Syrien auf unbestimmte Zeit. Der stellvertretende Generalsekretär der Organisation, Ahmed bin Heli, nannte keinen Grund für die Verschiebung. Offizielle am Sitz der Liga in Kairo führten sie auf die Erkrankung des saudischen Aussenministers Prinz Saud al-Faisal zurück. Der 71-Jährige war wegen einer Blutung in der Bauchhöhle operiert worden, teilte der Königliche Hof am Samstag mit. (bru, dpa)
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