Schweizer Exportfirmen arbeiten erstaunlich stabil
Ein für den Export nach China produziertes Babynahrungsprodukt. (Keystone)
Von Wirtschaftsredaktor Charles Liebherr
Verlagerung der Produktion ins Ausland, Werkschliessungen in der Schweiz – das waren die schlimmsten Befürchtungen. Es war ein Schreckensszenario für die Schweizer Exportbranche: ein Euro-Franken-Verhältnis von 1:1. Doch vor ziemlich genau einem Jahr intervenierte die Nationalbank und fixierte den Eurokurs bei 1.20 Franken. Darauf hat sich die Exportindustrie eingestellt und fährt erstaunlich gut damit.
Schweizer Firmen global ausgerichtet
«Die Schreckensszenarien sind nicht eingetroffen, weil sich viele Schweizer Industrieunternehmen stärker nach Asien, Indien und Brasilien ausrichteten», sagt Martin Hüsler, Branchenanalyst bei der Zürcher Kantonalbank.
«Viele Schweizer Unternehmen sind global positioniert und profitieren dann auch von starken Entwicklungen in den so genannten Emergent Markets; und sie profitieren zusätzlich auch noch davon, dass viele Rohmaterialkosten gesunken sind.» Allerdings verzerrten die guten Halbjahreszahlen der börsenkotierten Exportfirmen das aktuelle, eher positive Bild, gibt Martin Hüsler zu bedenken.
Firmen mit ausländischen Standorten
«Die Unternehmen, die an der Börse kotiert sind, verfügen halt oftmals auch über ausländische Standorte, währenddem Unternehmen, die nur in der Schweiz vertreten sind und ins Ausland exportieren müssen, mit ungleich langen Spiessen kämpfen», fügt Hüsler an.
Wer nicht verlagern kann, muss weiter mit tiefen Margen rechnen. Helfen würde vielen Exportfirmen nur, wenn die Nationalbank die Frankenuntergrenze anheben würde - auf 1.30 Franken. Das ist im aktuellen Umfeld aber sehr unwahrscheinlich. (lin;pet)
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