Bischof Huonder sieht «Churer Modell» bestätigt
Spenden statt Steuern zahlen: Bischof Huonder sieht die Praxis in seinem Bistum durch ein Gerichtsurteil bestätigt. (Keystone)
Der Churer Oberhirte bezieht Stellung zum Bundesgerichtsurteil, das Anfang August publiziert wurde. Dieses erlaubt, auch ohne Mitgliedschaft in einer staatskirchenrechtlichen Organisation katholisch sein zu dürfen. Auch der Zugang zu den Sakramenten wie Taufe, Beichte oder Heirat bleibt bei einem Austritt aus der katholischen Kirche möglich.
Freie Beiträge statt Steuern
Das Urteil bestätige für Bischof Vitus Huonder das 2009 eingeführte «Churer Modell», das mit den kantonalen Körperschaften abgesprochen worden sei, schreibt das Bistum. Das Modell respektiere die Freiheit der Gläubigen und biete die Möglichkeit, statt Kirchensteuern freie Beiträge an eine Solidaritätsstiftung des Bistums zu bezahlen. Betont wird, dass dieses Modell nicht bedeute, der Bischof von Chur fördere den Austritt aus den kantonalen staatskirchenrechtlichen Körperschaften oder Kirchgemeinden. Fördern wolle der Bischof vielmehr die Transparenz.
95 Prozent solidarisch
Noch immer wüssten viele nicht, dass die katholische Kirche als solche für die Mitgliedschaft keine Steuern verlange und sie in fast allen Ländern kein mit der Schweiz vergleichbares Steuersystem kenne - ausser in Deutschland und Österreich. Weltweit bekunden laut Bistumsangaben über 95 Prozent aller Katholikinnen und Katholiken eine Solidarität in Finanzfragen gemäss Kirchenrecht. Darunter zu verstehen sind Spenden und andere Leistungen, «die den Möglichkeiten im jeweiligen Land und der Freiheit des Gewissens entsprechen». (sda, wehm)
