Bildhauer Hans Josephsohn gestorben
Sperrig wie seine Kunst: Hans Josephsohn in seinem Atelier in Zürich. (Keystone)
Hans Josephsohn wurde am 20. Mai 1920 im ostpreussischen Königsberg geboren. 1938 fand er als jüdischer Flüchtling Aufnahme in Zürich. Vier Jahre später eröffnete er sein eigenes Atelier und arbeitete bis kurz vor seinem Tod an grossen Plastiken, Halbfiguren, Köpfen und Reliefs.
Geheimtipp bis 1992
Josephsohns Materialien waren Gips, Bronze und Messing. Bekannt war er vor allem in der Kunstszene. Er galt als Geheimtipp - bis der Zürcher Architekt Peter Märkli ihn entdeckte und ihm in Giornico im Tessin ein Museum widmete. «Seine Arbeit über die Fragen der menschlichen Existenz hat mich vom ersten Moment an tief bewegt», erinnert sich Märkli an seine erste Begegnung mit Josephsohn in dessen Zürcher Atelier zurück.
Spätestens 1997 wurde er dann auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, als das Zürcher Helmhaus eine Ausstellung mit rund 40 Werken von Hans Josephsohn zeigte. 2003 erhielt er den Zürcher Kunstpreis. Nach einem Schlaganfall vor wenigen Jahren ist Hans Josephsohn in der Nacht auf Dienstag in Zürich gestorben. (fren, sda)
