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Mittwoch, 22.8.2012

Lebenslange Haft für Mord an Rassist Terreblanche

Der Rassist Eugene Terreblanche war in Südafrika eine höchst umstrittene Persönlichkeit. Sein Mörder muss nun lebenslang hinter Gitter. Er bestritt die Tat bis zum Schluss und plädierte auf Notwehr.

Anhänger von Mahlangu protestieren vor dem Gericht in Ventersdorp. (Keystone)

Apartheid: Südafrikas langer Weg zur Selbstbestimmung

Gut zwei Jahre nach dem Mord an dem rechtsextremen Eugene Terreblanche in Südafrika ist der Täter zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der 29-jährige schwarze Farmarbeiter Chris Mahlangu war bereits im April für schuldig befunden worden, Terreblanche brutal im Schlaf getötet zu haben.

Höchststrafe verhängt
Nun verhängten die Richter in Ventersdorp in der Nordwest-Provinz die Höchststrafe, wie der südafrikanische Sender SABC berichtete. Mahlangu hatte stets angegeben, von Terreblanche sexuell missbraucht worden zu sein und in Notwehr gehandelt zu haben. Die Staatsanwaltschaft sah das anders und sprach von einem Lohnstreit.

Mahlangu hatte auf der Farm des weissen Rassisten Terreblanche gearbeitet, der Gründer und jahrzehntelang auch Führer der «Afrikaner Weerstandsbeweging» (AWB) war. Laut Anklage tötete Mahlangu den schlafenden 69-jährigen Mann im April 2010 mit einem Rohr.

Freispruch für zweiten Angeklagten
Angeklagt war neben Mahlangu auch der zum Tatzeitpunkt minderjährige Peter Ndlovu. Den heute 18-Jährigen hatte das Gericht vom Mordvorwurf freigesprochen, befand ihn aber wegen Einbruchs schuldig. Er wurde zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, die er bereits abgesessen hat.

Ndlovu hatte stets bestritten, etwas mit dem Mord zu tun gehabt zu haben. Er habe die Leiche bloss entdeckt. Das Gericht hatte viele Beweise gegen ihn nicht zugelassen, weil die Polizei sich nicht an geltende Jugendschutzgesetze gehalten habe.

Demonstrationen vor Gerichtsgebäude
Vor dem Gerichtsgebäude hatten sich sowohl zahlreiche AWB-Anhänger als auch Unterstützer von Mahlangu und Ndlovu versammelt, wie der Sender SABC berichtete. Zahlreiche Polizisten waren im Einsatz.

Die AWB hatte versucht, mit gewaltsamen Aktionen das Ende der Apartheid zu verhindern. Seitdem die Demokratie 1994 das rassistische Apartheidsystem in Südafrika ablöste, ist der Einfluss der AWB zurückgegangen. Sie soll heute einige hundert Mitglieder haben. (nab; bru, sda)

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Freitag, 9.4.2010

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