Hypotheken: Vorerst kein Kapitalpuffer für Banken
Schweizerische Nationalbank. (Keystone)
Bereits mehrfach hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) vor einer Immobilienblase in der Schweiz gewarnt. Im Juni hatte sie über die Umsetzung des so genannten «antizyklischen Kapitalpuffers» informiert. Damit sollte ein exzessives Kreditwachstum bei den Banken vermindert werden.
Jetzt hat die SNB jedoch entschieden, dem Bundesrat vorerst keinen Antrag auf Aktivierung des Kapitalpuffers zu stellen. Im zweiten Quartal 2012 habe es Hinweise auf eine mögliche Verlangsamung des Preisanstiegs von Wohnliegenschaften in einigen Regionen und einigen Segmenten gegeben.
Zudem seien am 1. Juni 2012 eine Verschärfung der Eigenmittelanforderungen für Hypothekarkredite und eine Revision der Selbstregulierung im Hypothekarbereich angekündigt worden. Die SNB sehe darin eine «dämpfende Wirkung» auf Immobilienpreise und Hypotheken.
Keine Entwarnung
Sie mahnt aber, diesen Entscheid «nicht als Entwarnung» aufzufassen. «Aufgrund des weiterhin ausserordentlich tiefen Zinsniveaus und der Anzeichen eines tendenziell hohen Risiko-Appetits bei der Vergabe von Hypothekar-Krediten bleibt die Gefahr eines weiteren Aufbaus der Fehlentwicklungen mit den damit verbundenen Risiken für die Finanzstabilität gross», schreibt die Nationalbank in einer Mitteilung.
Der Kapitalpuffer ist Teil des Basel-III-Regelwerks und wird in den nächsten Jahren in zahlreichen Ländern eingeführt. Die maximale Höhe ist auf 2,5 % der gesamten inländischen risikogewichteten Aktiven einer Bank festgelegt. Vor 2013 sei mit keiner neuen Kommunikation in dieser Sache zu rechnen. (nab, siem, SF/reuters/sda)
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