BVK-Affäre: Ermittlungen gegen CS-Mitarbeiter
CS-Mitarbeitende sollen die BVK um Erträge aus Aktiengeschäften geprellt haben. (Keystone Archiv)
Von Zürich-Korrespondent Curdin Vincenz
Vor zwei Jahren flog bei der Pensionskasse des Zürcher Staatspersonals (BVK) ein Betrug auf. Der ehemalige Anlagechef soll sich von befreundeten Unternehmern bestechen lassen und so die Kasse um über 40 Millionen Franken geschädigt haben. Dafür stand er im Juli vor Gericht. Das Urteil wird für Oktober erwartet.
Für Aktien zu viel bezahlt und zu wenig erhalten
Interne Papiere der Zürcher Staatsanwaltschaft zeigen nun, dass mehr als 11 Millionen Franken an Versichertengeldern auch an die Credit Suisse (CS) flossen, wie der «Tages-Anzeiger», dem die Ermittlungsakten vorliegen, berichtet. CS-Mitarbeiter sollen Börsengeschäfte demnach falsch abgerechnet haben.
Dabei soll die BVK für verkaufte Aktien zu wenig bekommen haben, für gekaufte Aktien zu viel bezahlt haben. Der Mechanismus bei diesen Geschäften, funktionierte so: Ein CS-Mitarbeiter verkaufte im Auftrag der Pensionskasse Aktienpakete zu beispielsweise 10 Franken pro Aktie, die Pensionskasse bekam aber nur 9.50 Franken dafür.
Die Differenz blieb beim Mitarbeiter, beziehungsweise der Bank. Nach dem gleichen System sollen die CS-Mitarbeiter, für die immer noch die Unschuldsvermutung gilt, auch die Zürcher Gebäudeversicherung geschädigt haben.
Verbindungen zu CS waren bekannt
Dass es bei der BVK-Bestechungsaffäre Verbindungen zur Credit Suisse gibt, ist schon länger bekannt. Einer der Nebenangeklagten im Bestechungsprozess, ein enger Freund des Hauptangeklagten, war bei der CS tätig. Die falsch abgerechneten Börsengeschäfte kommen zu den bisherigen Vorwürfen noch dazu.
Bei der Credit Suisse ist man seit Längerem über die Ermittlungen der Zürcher Staatsanwaltschaft in dieser Sache informiert. «Die Credit Suisse hat in letzter Zeit eng mit den Untersuchungsbehörden zusammengearbeitet. Wir können aber dem Ergebnis der Untersuchungen nicht vorgreifen», bestätigt CS-Sprecher Marc Dosch gegenüber Schweizer Radio DRS.
CS will Schaden begleichen
Tatsache ist, dass einerseits gegen ehemalige Mitarbeiter der Credit Suisse ermittelt wird, aber auch solche, die noch bei der Bank arbeiten. Die Staatsanwaltschaft will sich zu den laufenden Ermittlungen nicht äussern. Unbestritten ist, dass der BVK und auch der Gebäudeversicherung Millionenbeträge entgangen sind.
Das ist ein Schaden, den die Credit Suisse wieder gutmachen will, stellt CS-Sprecher Dosch in Aussicht: «Wir bedauern natürlich, dass im Kanton Schaden entstanden ist. Die Credit Suisse hat deshalb auch eingewilligt, diesen Schaden vollumfänglich zu ersetzen.»
Wie hoch die Schadensersatzzahlung der CS ausfallen wird, wird zurzeit noch verhandelt. Über die mögliche Höhe des Betrags wollte sich auch die kantonale Finanzdirektion auf Anfrage von Schweizer Radio DRS nicht äussern.
Ermittlungen bis Oktober
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen die Bankmitarbeiter wegen Betrug und Veruntreuung sollen im Oktober abgeschlossen sein. Laut Informationen des «Tagesanzeigers» sind einige der Verdächtigen geständig. Insofern ist damit zu rechnen, dass es 2013 zu weiteren Prozessen in der BVK-Affäre kommt.
Das Ergebnis der politischen Aufarbeitung der Bestechungsaffäre wird ebenfalls noch diesen Herbst bekannt, dann wenn die parlamentarische Untersuchungskommission ihren Bericht veröffentlicht. (nab;basn)
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