Zivilisten in Aleppo unter Beschuss
Rauch über Aleppo: Der Bürgerkrieg fordert Opfer. (reuters)
Syrische Kampfflugzeuge und Artillerie haben nach Informationen von Menschenrechtlern mehrfach Bäckereien in der Stadt Aleppo beschossen und dabei Dutzende Menschen getötet, die Brot besorgen wollten.
Laut der Menschenrechtsorganisation Human Right Watch (HRW) mussten viele Bäckereien in Aleppo wegen des Mangels an Nahrungsmitteln schliessen. Vor den verbliebenen bildeten sich deshalb lange Schlangen, die mehrfach von den Regierungstruppen beschossen worden seien. «Zehn Angriffe auf Bäckereien sind kein Zufall», sagte ein HRW-Vertreter, der selbst in Aleppo war. Dies zeige, dass sie keine Rücksicht auf Zivilisten nähmen, und es sei sogar ein starkes Indiz dafür, dass sie Zivilisten gezielt angriffen.
Stadtteile von Damaskus unter Beschuss
Am Stadtrand von Damaskus hat es erneut heftige Gefechte zwischen syrischen Aufständischen und Regierungstruppen gegeben. Die Armee habe unter anderem das östliche Viertel Kabun beschossen, berichtete die Rebellenorganisation Generalrat der Syrischen Revolution.
Auch der südliche Stadtteil Tadamun sei mit Maschinengewehren und Panzern beschossen worden, teilten örtliche Aufständische mit. Die Armee geht insbesondere gegen Viertel im Osten der Hauptstadt vor, wo sich die Aufständischen nach eigenen Angaben verschanzen.
In der Stadt Daraa sollen Regierungstruppen zehn Gefangene getötet haben. Die Allgemeine Kommission für die Syrische Revolution erklärte, den Männern seien die Augen verbunden und die Hände gefesselt worden. Dann seien sie von Wächtern erschossen worden.
Militärflugzeug abgeschossen
In der östlichen Provinz Deir Essor beschossen die Rebellen laut der Beobachtungsstelle ein Hauptquartier des militärischen Geheimdiensts in der Stadt Bukamal. Auch nahe einer zweiten Niederlassung des Geheimdiensts fanden demnach heftige Gefechte zwischen den Parteien statt.
In der Provinz Idlib schossen die Rebellen nach eigenen Angaben ein Militärflugzeug ab. In einer Erklärung der «Syrischen Märtyrer- Brigade» hiess es, das Flugzeug sei bei der Stadt al-Thajabija nahe der türkischen Grenze abgeschossen worden.
Die Angaben aus Syrien lassen sich kaum überprüfen, weil die Regierung unabhängigen Journalisten den Zugang weitgehend verweigert. Auch kamen bereits ausländische Journalisten ums Leben oder in Gefangenschaft der syrischen Armee.
Appell beim Treffen der Blockfreien
Beim Treffen der Blockfreien hat Ägyptens Präsident Mohammed Mursi in Teheran einen Machtwechsel in Syrien gefordert und damit seine iranischen Gastgeber vor den Kopf gestossen. Die Solidarität mit dem syrischen Volk in dessen Kampf gegen ein Regime der Unterdrückung sei eine ethische Pflicht und eine strategische Notwendigkeit, erklärte bei der Eröffnung des Treffens. Die syrische Delegation verliess daraufhin aus Protest den Raum.
Schiitischer Aufruf zum Widerstand
Der schiitische Religionsgelehrte Hassan al-Amin hat laut einer türkischen Nachrichtenagentur im Libanon zum Widerstand gegen das Regime des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad aufgerufen. «Partei für die Seite eines Unterdrückers zu ergreifen, untergräbt die Prinzipien des schiitischen Islam. Schiiten müssen sich gegen Unterdrückung stellen.
Präsident Assad gehört zur religiösen Minderheit der Alawiten, die dem schiitischen Islam nahestehen. (lin, rtd/sda/dpa)
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