Lufthansa: Flugbegleiter-Streik in ganz Deutschland
Die Schalter im Flughafen Berlin-Tegel bleiben geschlossen. (Keystone)
Mit dem zweiten Streik innerhalb weniger Tage haben die Lufthansa-Flugbegleiter Chaos bei Flugreisenden in Frankfurt, München und Berlin ausgelöst. Übernächtigte Fluggäste, hektische Lufthansa-Mitarbeiter und dichtes Gedränge vor den Schaltern prägten das Bild an den Airports. Insgesamt wurden an den drei Flughäfen zusammen hunderte Flüge der Lufthansa gestrichen.
Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, haben die Flugbegleiter ihren Streik nicht auf das Lufthansa-Drehkreuz in Frankfurt beschränkt, sondern auch noch die Airports in Berlin und München mit einbezogen. Und am Freitag wollen sie in ganz Deutschland in Ausstand treten.
Keine Bewegung im Tarifstreit
Scharfe Kritik übt die Lufthansa am Vorgehen der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo. «Das ist keine Taktik der Nadelstiche wie von Ufo angekündigt. Das ist ein Schlag ins Gesicht der Kunden,» sagte Lufthansa-Sprecher Klaus Walther. Der Schaden dürfte in die Millionen gehen. Walther appellierte an Ufo-Chef Nicoley Baublies, den Streik zu beenden: «Auch ein Gewerkschaftsführer trägt Verantwortung für die Mitglieder und das Unternehmen. Mit einem Streik schadet er dem Unternehmen langfristig.»
Die Gewerkschaft zeigt sich aber unnachgiebig und will den Streik noch auszuweiten: Am Freitag wollen die Stewardessen und Stewarts zum ersten Mal von 0.00 bis 24.00 Uhr streiken.
Die Flugbegleiter streiken für mehr Lohn und gegen Leiharbeiter an Bord. Auf die Barrikaden gehen sie auch gegen die Pläne des Vorstands für eine neue Billiglinie. Bei dem Konzern arbeiten 18'000 Menschen im Bordservice.
Nach Ansicht des Managements sind Einschnitte nötig, da die harte Konkurrenz der Lufthansa das Leben schwermache. Die Airline legte deshalb ein Milliarden-Sparprogramm auf und verlangt nun, dass auch die Bord-Servicekräfte einen Beitrag leisten.
Während die Gewerkschaft fünf Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 15 Monaten fordert, hat die Lufthansa eine Erhöhung um 3,5 Prozent über drei Jahren angeboten. (wedj;basn, reuters/dpa)
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