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Freitag, 7.9.2012

Lufthansa geht auf Streikende zu

Vor einer Woche starteten die Flugbegleiter der Lufthansa ihren Streik. Drei Streiktage weiter hat sich der Arbeitskampf zum wirkungsvollsten in der Geschichte der Airline ausgewachsen. In den sich bewegenden Tarifkonflikt soll nun ein Schlichter eingeschaltet werden.

Kleben am Boden: Über die Hälfte der Lufthansa-Flüge vom Freitag ist gestrichen worden. (Keystone)

Im Tarifkonflikt mit ihren Flugbegleitern hat die Lufthansa am Freitag eine wichtige Forderung der Streikenden erfüllt. Die Fluggesellschaft kündigte an, künftig keine Leih-Stewardessen mehr auf ihren Berlin-Verbindungen einzusetzen.

Während am bislang grössten Streiktag bei Lufthansa deutschlandweit mehr als die Hälfte der 1800 geplanten Verbindungen ausfiel, liefen in Frankfurt Sondierungsgespräche für weitere Verhandlungen. Dies bestätigten Lufthansa und die Kabinengewerkschaft Ufo. Ufo-Chef Nicoley Baublies signalisierte Kompromissbereitschaft bei den Sparplänen des Konzerns.

Das Unternehmen verzichtet «einseitig, auf absehbare Zeit und ohne weitere Vorbedingungen auf den Einsatz von externen Kabinencrews in Berlin», kündigte Lufthansa-Chef Christoph Franz an. Die rund 200 betroffenen Stewardessen der Zeitarbeitsfirma Aviation Power sollen im kommenden Jahr Jobangebote der Lufthansa erhalten.

Noch am Freitag hatten die Leiharbeiter dafür gesorgt, dass Lufthansa aus Berlin Europaflüge anbieten konnte, während die Lufthansa-Crews streikten.

Franz verspricht sich laut einer Mitteilung Fortschritte in den festgefahrenen Tarifverhandlungen für die rund 18'000 Flugbegleiter der Lufthansa Passage. «Wir hoffen, dass dieser Schritt der Gewerkschaft Ufo hilft, mit uns gemeinsam in konstruktiven Gesprächen den Weg zu einer zukunfts- und wettbewerbsfähigen Vergütungsstruktur für die Mitarbeiter der Kabine zu beschreiten.»

Verhandlungen statt Streik
Baublies sagte der Nachrichtenagentur dpa, weitere Streiks solle es zunächst nicht geben. In Frankfurt sagte er: «Wir werden, egal was jetzt in den nächsten ein, zwei Tagen passiert, keine weiteren Streiks planen und verkünden.» Die Lufthansa habe quasi kapituliert, indem sie für Freitag fast alle Verbindungen gestrichen habe. Daher habe er den ersten Schritt gemacht.

Am Abend gaben beide Seiten zu verstehen, dass sie einen Schlichter in die Verhandlungen einschalten wollen. Bei Lufthansa wurden bereits häufiger Konflikte mit Hilfe von Externen beigelegt.

Ufo fordert in dem seit 13 Monaten währenden Tarifkonflikt fünf Prozent mehr Lohn, das Ende der Leiharbeit und Schutz gegen die Auslagerung von Jobs. Lufthansa bietet bei einer längeren Laufzeit 3,5 Prozent Lohnerhöhung, plant aber eine grosse konzerninterne Billigtochter mit niedrigeren Gehaltstarifen. Für die verbleibenden Mitarbeiter will das Unternehmen die Gehaltsstufen abflachen und für Neueinsteiger niedrigere Bedingungen durchsetzen.

Streik mit grossem Effekt
Wegen des Streiks musste Europas grösste Fluggesellschaft am Freitag weit mehr als die Hälfte ihrer Flüge streichen, rund 100'000 Reisende waren von dem beispiellosen Ausstand betroffen. Selbst die Pilotenstreiks aus den Jahren 2001 und 2010 hatten nicht eine derart durchschlagende Wirkung.

Chaos gab es aber weder an Flughäfen, Bahnhöfen noch auf den Autobahnen. Es war bereits die dritte Streikwelle nach zwei regional begrenzten Ausständen seit Freitag vergangener Woche.

Am grössten deutschen Flughafen in Frankfurt blieb es zunächst ruhig. Mit mehr als 60'000 SMS und E-Mails hatte die Fluggesellschaft ihre Gäste seit Mittwochabend über die Flugausfälle informiert. Am Samstag wollte die Airline ihr Programm wieder nahezu komplett fliegen, nur 18 Verbindungen wurden für den Samstag gestrichen. (wedj, dpa)

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Freitag, 7.9.2012

Chaos-Freitag bei der Lufthansa

Die Lufthansa muss wegen des Streiks ihrer Flugbegleiter mindestens die Hälfte aller Flüge streichen. Laut dem Chef der Gewerkschaft Ufo zeigt sich die Lufthansa bereit zu Gesprächen. Wann genau ist noch nicht bekannt.  Mehr


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