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Samstag, 8.9.2012

Syndicom will Post-Initiative zurückziehen

Über die Volksinitiative «Für eine starke Post» wird wohl nicht abgestimmt. Die Gewerkschaft Syndicom empfiehlt, das Begehren zurückzuziehen. Die neue Postgesetzgebung erfülle viele der Forderungen.

Die Initiative «Für eine starke Post» wurde im September 2010 mit über 110'000 gültigen Unterschriften eingereicht. Die Unterschriften kamen in nur fünf Monaten zusammen (Keystone Archiv)

Was das neue Postgesetz will

Der Bundesrat will den Postmarkt öffnen: Für alle Anbieter von Postdiensten sollen künftig gleich lange Spiesse gelten. Der gelbe Riese wird damit seiner Konkurrenz gleichgestellt. Dafür musste die Gesetzgebung angepasst werden.   Mehr

Der Druck der Initiative «Für eine starke Post» hat gewirkt. Das neue Postgesetz und die Postverordnung erfüllen viele der Forderungen. Darum empfiehlt nun Syndicom, die Gewerkschaft Medien und Kommunikation, dem Initiativkomitee die Initiative zurückzuziehen.

Den Entscheid fällte am Samstag der Zentralvorstand, das politische Leitungsgremium, von Syndicom in Absprache mit dem Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) und der SP. Der Vorstand zeigte sich mit der neuen Postgesetzgebung zufrieden.

Keine volle Liberalisierung
So erhalte die Post in der Verordnung zum Postgesetz klare Vorgaben für die Entwicklung des Poststellennetzes. Den grössten Sieg der Postinitiative sieht Syndicom im Verzicht auf die - im ursprünglichen Gesetzesentwurf noch vorgesehen - Totalliberalisierung des Briefmarktes.

Zudem seien auf Druck der Initiative in der Postverordnung klare Zugangskriterien zur postalischen Grundversorgung und zum Zahlungsverkehr für die Kundschaft festgeschrieben worden.

Wermutstropfen
Zufrieden zeigt sich die Gewerkschaft auch darüber, dass die künftige Postfinance AG eine Banklizenz erhält. Dass die Postfinance keine Kredite und Hypotheken vergeben dürfe, sei ein «Wermutstropfen». Nicht erreicht haben die Initianten, dass das Poststellennetz nur mit posteigenem Personal betrieben werden darf.

Dennoch habe die Initiative fast alle ihre Ziele erreicht, schreibt Syndicom. «Es ist ein Sieg für den Service Public, ein Sieg der Postinitiative und ein Sieg für Syndicom.» Der Rückzug der Initiative sei die logische Folgerung dieses grossen Erfolgs. (luek, sda)

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Dossier, Letztes Update: Montag, 10.9.2012

Die Schweizerische Post in Bewegung

E-Mail statt Brief, E-Banking statt gelbes Büchlein, private Anbieter und Post: Der Postwesen hat sich verändert. Doch soll der Postmarkt vollständig geöffnet werden oder nicht? Die Politik ist in dieser Frage gespalten, die Auswirkungen sind unklar. Viele Kunden sind verärgert und befürchten einen Leistungsabbau durch die angestrebte Liberalisierung.


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