Konflikt um Führungsrolle im Pazifik
Der russische Präsident Putin begrüsst seinen chinesischen Amtskollegen Hu Jintao. (Keystone)
In dem 1989 gegründeten Wirtschaftsforum Apec verhandeln 21 Staaten aus dem aufstrebenden asiatisch-pazifischen Raum vor allem über eine Verbesserung ihrer Handelsbeziehungen. Fernziel des Bündnisses ist die Einrichtung einer Freihandelszone «von Kaliningrad bis Kalifornien». Unterschiedliche Interessen der grossen Mitgliedstaaten China, Russland und USA verhinderten dies bislang. Die Apec repräsentiert 44 Prozent des Welthandels und 54 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung. (dpa)
Die Konkurrenz Chinas mit den USA im Pazifikraum verschärft sich. Beide Staaten unterstrichen am Samstag beim Apec-Wirtschaftsforum nahe der ostrussischen Stadt Wladiwostok ihre Führungsrolle in der wirtschaftlich aufstrebenden Region. Doch auch Gastgeber Russland will eine dominantere Rolle einnehmen.
Geschichte wird in Asien geschrieben
Die USA wollten am Ausbau ihres Engagements in der Region festhalten, sagte US-Aussenministerin Hillary Clinton bei dem Treffen auf der Pazifikinsel Russki. «Ein Grossteil der Geschichte wird im 21. Jahrhundert in Asien geschrieben.»
Weiter sagte Clinton, die USA wollten in der Wachstumsregion zur Schaffung «einer stabilen Ordnung» beitragen. Washington will im Pazifikraum mehr Flagge zeigen, um dem wachsenden Einfluss Pekings zu begegnen. Die Pläne hatten bei Clintons China-Besuch vor Tagen zu Spannungen geführt.
Konjunkturmotor China
China unterstrich, die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt wolle eine «Lokomotive für den Fortschritt» in der aufstrebenden Region bleiben. Das Reich der Mitte wolle trotz einer Abschwächung des Wachstums seine Rolle als ein globaler Konjunkturmotor behaupten, sagte Staatschef Hu Jintao. Er räumte ein, dass in China ein Wachstum von 9,2 Prozent wie im vergangenen Jahr schwer zu übertreffen sei.
Auch Moskau blickt nach Osten
Auch Russland pocht auf mehr Einfluss im boomenden asiatisch-pazifischen Raum. Bei seiner Rede am Freitag unterstrich Präsident Wladimir Putin die Ambitionen.
Die Energiegrossmacht strebe in der Region deutlich mehr Einfluss an, sagte Putin. Vize-Regierungschef Igor Schuwalow sagte: «Die Apec kann in spätestens zehn Jahren die EU als Russlands grössten Handelspartner ablösen.»
Milliardenausgaben für die Konferenz
Die Konferenz auf der Insel Russki, die flächenmässig etwas grösser ist, als der Zürichsee, findet unter extremen Sicherheitsvorkehrungen statt. So setzt der Kreml etwa 10'000 Polizisten und Soldaten ein.
Mit Kosten von 16,5 Milliarden Euro ist das Treffen der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftskooperation Apec teurer als die Olympischen Spiele in London. Eigens für das Treffen wurde eine gigantische Brücke zur Pazifikinsel gebaut und auf dem kargen Eiland ein völlig neues Kongresszentrum aus dem Boden gestampft. (luek, dpa/reuters/sda)
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