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Dienstag, 11.9.2012

100 Todeskandidaten der Natur

Saola-Wildrind, Kap-Gespenstfrosch und Java-Nashorn - sie alle könnte es bald nicht mehr geben. Ihre Namen stehen auf einer Roten Liste der am stärksten vom Aussterben bedrohten 100 Arten. Hauptgründe seien Lebensraumzerstörung, Klimawandel und Wilderei.

Auch das Sumatra-Nashorn ist wegen Lebensraumzerstörung und Wilderei vom Aussterben bedroht. (zvg)

Das Tarzan-Chamäleon, der Kalifornische Schweinswal oder das Zwergfaultier könnten nach Ansicht von Experten schon bald aussterben. Eine Liste mit den hundert am stärksten bedrohten Arten hat die Weltnaturschutzunion (IUCN) neu bei ihrem Kongress auf der südkoreanischen Insel Cheju veröffentlicht.

«Alle aufgelisteten Spezies sind einzigartig und nicht zu ersetzen. Wenn sie verschwinden, kann sie kein Geld mehr wiederbringen», betonte die Mitverfasserin der Liste, Ellen Butcher von der Zoologischen Gesellschaft von London (ZSL).

«Unbezahlbar oder wertlos?»
Zwergfaultiere sind ausschliesslich auf einer kleinen Insel vor der Küste Panamas beheimatet. Erst vor zwei Jahren hatten Forscher von der Entdeckung einer neuen Chamäleonart berichtet, die sie nach dem Fantasie-Dschungelhelden Tarzan benannten. Das Tier lebt in den Regenwäldern Madagaskars.

Auf der Liste der am stärksten vom Aussterben bedrohten Arten stehen auch das Saola-Wildrind, der Zagros-Molch, das Java-Nashorn, der in Südafrika vorkommende Kap-Gespenstfrosch und Meerengel, die zu den Haien zählen.

Doch in dem IUCN-Bericht mit dem Titel «Unbezahlbar oder wertlos?» sind nicht nur Tierarten aufgelistet - auch Pflanzen und Pilze könnten bald für immer verschwinden. So wächst der Pilz Cryptomyces maximus nur in einem kleinen Gebiet im britischen Wales.

Lebensraumzerstörung, Klimawandel und Wilderei
Die Umweltstiftung WWF (World Wide Fund for Nature) bezeichnete die Ergebnisse in einer Mitteilung als «äusserst alarmierend» und forderte Sofortprogramme zur Rettung der bedrohten Spezies. Ursachen für das Artensterben seien unter anderem die ungebremste Lebensraumzerstörung, der Klimawandel und die Wilderei.

Nach IUCN-Angaben haben Wissenschaftler in fast allen Fällen noch Hoffnung, das Verschwinden verhindern zu können. So seien beispielsweise in der Vergangenheit das Przewalski-Pferd und der Buckelwal durch gezielte Aktionen gerettet worden.

Die IUCN mit sitz in Genf ist das weltweit grösste Netzwerk staatlicher und nichtstaatlicher Umweltorganisationen. Sie erstellt auch die Rote Liste gefährdeter Arten. (wedj, dpa)

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