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Was gilt im Islam als Blasphemie?

Religiöse Provokationen lösen immer wieder gewaltsame Proteste in der islamischen Welt aus. Dort ist dann oft von Gotteslästerung die Rede. 

Der Koran ist heilig und darf nicht beschädigt werden. (Keystone)

Gotteslästerung wird im Koran grundsätzlich verurteilt: «Wenn ihr hört, dass man Allahs Zeichen verleugnet und sich über sie lustig macht, dann sitzt nicht mit ihnen (zusammen), bis sie auf ein anderes Gespräch eingehen», heisst es dem Internetportal «islam.de» zufolge in der vierten Sure des Koran. Als Blasphemie gilt in der islamischen Tradition Folgendes:

 - eine Schändung des Korans: Nach muslimischem Glauben offenbarte Allah dem Propheten Mohammed den Koran durch den Engel Gabriel - das Buch stellt also das Wort Gottes dar. Den Koran zu beschädigen oder zu entweihen gilt als Gotteslästerung und steht teils unter Strafe.

 - eine Schmähung des Propheten Mohammed: Als Überbringer des Korans nimmt Mohammed im Islam eine zentrale Rolle ein. Zum islamischen Glaubensbekenntnis gehört, dass er der Prophet Allahs ist. Wer ihn beleidigt, lästert daher nach islamischem Glauben Gott. Die Blasphemie-Paragrafen des pakistanischen Strafgesetzes drohen für diesen Fall mit der Todesstrafe.

 - Auch die «Entehrung» der Familie des Propheten und seiner Weggefährten gilt als Blasphemie. Im Sudan wurde eine britische Lehrerin 2007 zu 15 Tagen Gefängnis verurteilt, weil sie einen Teddybär auf Vorschlag ihrer Schüler Mohammed genannt hatte. Nach internationalem Druck wurde sie begnadigt.

 - eine Abbildung Mohammeds: Die islamische Tradition verbietet es, den Propheten Mohammed abzubilden - ebenso wie Gott, Engel oder andere Propheten. Die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen der dänischen Zeitung «Jyllands-Posten» löste 2005 Massenproteste aus, bei denen mehr als 150 Menschen getötet wurden. (luek, sda/dpa)

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