Landesweite Razzien nach Schnaps-Verbot
Verbot von Hochprozentigem in Tschechien: Um weitere Todesopfer wegen gepanschtem Alkohol zu verhindern, führt die Polizei Razzien durch. (Keystone)
Zwischen Freitagabend und Samstagmorgen 06.00 Uhr kontrollierten Polizeibeamten mehr als 19'000 Kneipen, Restaurants und Geschäfte, wie Polizeichef Tomas Hulan sagte. An 14 Verkaufsstellen seien grössere Mengen verdächtiger Alkohol beschlagnahmt worden, 13 Verdächtige wurden festgenommen.
Am Freitagabend hatte das tschechische Gesundheitsministerium den Verkauf von mehr als 20-prozentigem Alkohol bis auf weiteres verboten. Zuvor waren landesweit mindestens 19 Menschen an mit giftigem Methanol gepanschtem Schnaps gestorben und mehr als 20 weitere ins Spital eingeliefert worden.
Opfer erblinden
Mehrere Opfer erblindeten, andere mussten ins künstliche Koma versetzt werden. Bereits am Mittwoch war der Verkauf von mehr als 30-prozentigem Alkohol untersagt worden.
Nach Behördenangaben hatten die meisten Opfer der Vergiftungswelle hochprozentigen Alkohol wie Wodka oder einheimischen Rum in Restaurants oder Geschäften gekauft.
Die Tschechen trinken weltweit nicht nur das meiste Bier pro Kopf, sie liegen laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch insgesamt beim Alkoholkonsum pro Kopf nach Moldawien auf Platz zwei. (basn, sda/afp)
Mehr zum Stichwort:
