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Montag, 17.9.2012

Irans Atomanreicherung bleibt ein Konfliktthema

An der IAEA-Generalversammlung, die heute begonnen hat, möchte die internationale Gemeinschaft Druck auf Iran aufbauen, damit Teheran im Atomstreit endlich einlenkt. Yukia Amato, der Chef der Atombehörde, ist frustriert.

Fereydoun Abbasi, der iranische Vertreter bei der IAEA. (Reuters)

Von Auslandredaktor Fredy Gsteiger

Die Krise um das iranische Atomprogramm spitzt sich zu. Schuld daran sind Iran und Israel.

Auf der Generalversammlung der Uno-Atombehörde IAEA will Irans Atomchef Fereydoun Abbasi auftreten. Was er sagen wird, steht schon jetzt fest: Er wird erneut beteuern, Teheran strebe nicht nach Atombomben. Es reichere bloss Uran an, um Brennstäbe für Kernkraftwerke herzustellen.

Doch das ist nicht, was die 155 Mitgliedländer der IAEA hören wollen. Und es ist auch nicht, was sie glauben. Vielmehr möchten sie von Iran hören, dass es endlich voll kooperiert mit der Uno. Zum Auftakt der Generalversammlung fordert IAEA-Chef Yukia Amano, dass die Atomanlage Parchin zur Besichtigung frei gegeben werden soll.

Militäranlage Parchin
Konkret soll Teheran, wie vom Uno-Sicherheitsrat gefordert, die Urananreicherung einstellen und die IAEA-Inspektoren in die Militäranlage Parchin lassen. Dort, so der Verdacht, führte das Regime unter anderem Tests mit Atombombenzündern durch. Doch genau diese Zugeständnisse werden nicht kommen.

IAEA-Chef Amano, gewiss kein Heisssporn, verhehlt seine Frustration nicht länger. Seit Jahresbeginn diskutiere seine Organisation intensiv mit Iran. Er selber reiste nach Teheran, weil er mit einem Durchbruch rechnete. Doch Teheran verhandle nur um des Verhandelns willen, man bewege sich im Kreis.

Verzögerungstaktik wird kritisiert
Die grosse Mehrheit der IAEA-Mitgliedländer ist empört. Ende vorige Woche beschloss der Gouverneursrat der Organisation eine Resolution, in der die iranische Verzögerungstaktik scharf kritisiert wird. Auch Russland und China stimmten zu.

Diese Resolution soll nicht den Weg für einen Militärschlag ebnen. Sie soll vielmehr den politischen Druck erhöhen, damit Iran einlenkt und sich ein militärischer Angriff erübrigt. Denn genau damit droht Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu unverhohlen.

In Teheran würden Fanatiker herrschen – und die müsse man stoppen, sagte er am Wochenende im US-Sender NBC. Es sei absurd zu behaupten, ein Angriff hätte schlimmere Folgen, als wenn Iran Atombomben besässe. Das Regime rücke der Atombombe immer näher. In rund sechs Monaten, behauptet Netanyahu, dürfte es so weit sein.

Verheerende Folgen
Abgesehen von Israel sieht kaum ein Land einen Angriff als Lösung der iranischen Atomkrise. Selbst Israels Nachrichtendienste und Militärs sind skeptisch. Und auch US-Präsident Barack Obama versucht Netanyahu zu bremsen. Zumal vermutet wird, ein Militärschlag würde Irans Atomprogramm bloss um ein paar Monate zurückwerfen. Seriöse Denkfabriken, zuletzt das US-Zentrum für strategische Studien CSIS, raten zudem wegen verheerender Folgewirkungen von einem Angriff ab.

Doch gebannt ist damit die Gefahr eines israelischen Angriffs nicht. Die Zeit drängt. Das wissen die diese Woche am IAEA-Sitz in Wien versammelten Staaten. (lin,prus)

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Radiobeitrag von Fredi Gsteiger (17.9.2012).
Hören (3:12)

Freitag, 31.8.2012

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