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Freitag, 21.9.2012

Universität Zürich wirft Mörgeli als Kurator raus

SVP-Nationalrat Mörgeli muss seinen Arbeitsplatz im Medizinhistorischen Museum der Universität Zürich räumen. Die Hochschule hat dem 52-Jährigen mit sofortiger Freistellung gekündigt. Begründung: Mangel an Leistung und Loyalität.

Nationalrat Christoph Mörgeli wird entlassen. (Keystone Archiv)

Fall Mörgeli I: Warum die sofortige Entlassung?

Beitrag aus Echo der Zeit vom Freitag, 21.9.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

Fall Mörgeli II: Resonanz einer Kündigung

Beitrag aus Echo der Zeit vom Freitag, 21.9.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

Christoph Mörgeli hat als Kurator des Medizinhistorischen Museums der Universität Zürich (UHZ) die Kündigung erhalten. Dies gab Rektor Andreas Fischer vor den Medien in Zürich bekannt. Mörgeli kann den Entscheid innert 30 Tagen anfechten. Er sei überzeugt, dass Mörgeli dies auch tun werde, sagte sein Anwalt Anwalt Valentin Landmann gegenüber Schweizer Radio DRS.

Rückkehr ins Museum undenkbar
Nach «medial ausgetragenen Konflikten und schweren Vorwürfen» von Mörgeli sei das Vertrauensverhältnis unwiederbringlich zerstört, stellte Fischer weiter fest. Mörgeli habe die Loyalitätspflicht verletzt, eine Rückkehr ins Museum sei undenkbar. Deshalb erfolge die sofortige Freistellung.

Hauptursache für die Kündigung ist jedoch die von der Universität als ungenügend eingestufte Arbeitsleistung von Mörgeli als Kurator. Die Universität verweist diesbezüglich auf das externe Gutachten einer Expertenkommission und eine Mitarbeiterbeurteilung vom 10. Februar 2012. Damals sei Mörgeli auf seine ungenügenden Leistungen hingewiesen worden. Dies habe sowohl die fachlichen Leistungen wie auch das Verhalten betroffen. Die damals vereinbarten Ziele hätten an einer zweiten Mitarbeiterbeurteilung überprüft werden sollen.

Die Kündigung erfolgt unter Einhaltung der sechsmonatigen Kündigungsfrist. Nicht betroffen von dieser Kündigung ist die Stellung von Mörgeli als Titularprofessor. Somit könnte er weiterhin an der Universität Vorlesungen halten.

«Tages-Anzeiger» deckte auf
Mörgeli war am Dienstag vergangener Woche in die Schlagzeilen geraten, nachdem der «Tages-Anzeiger» und «Der Bund» publik gemacht hatten, dass er als Konservator im Medizinhistorischen Museum der Universität Zürich in der Kritik stehe.

Mörgeli sagte darauf in den Medien, er habe vom Bericht erst durch den «Tages-Anzeiger» erfahren und zeigte sich erstaunt. Später räumte er ein, dass er zwar im November 2011 mit Kritik konfrontiert worden sei. Den Bericht, aus dem der «Tages-Anzeiger» zitiert hatte, habe er aber erst am Dienstagabend erhalten.

Uni hat Strafanzeige eingereicht
Bei diesem Bericht handelt es sich um den «Akademischen Bericht des Medizinhistorischen Instituts und Museums 2011». Dieser wurde nun von der Uni als Folge der bereits in die Medien gelangten Passagen zur Veröffentlichung freigegeben.

Gegen die unautorisierte Herausgabe des bis vor kurzem noch nicht freigegebenen Akademischen Berichts hat die Universität Zürich Mitte Woche Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Amtsgeheimnisverletzung erstattet, wie der Rektor ausführte. Dieser Bericht bilde jedoch nicht die Grundlage für Mörgelis Mitarbeiterbeurteilung, sagte Fischer. Im Rahmen dieser Beurteilung war seit langem auf Freitag ein zweites Gespräch mit Mörgeli angesetzt worden. Aufgrund der Kündigung wäre das Gespräch jedoch «sinnlos» gewesen, sagte Rektor Fischer. Deshalb habe es nicht stattgefunden.

Uni weist Mobbingvorwürfe zurück
Wie der Rektor weiter sagte, hat Mörgeli der Universität sowie Mitarbeitenden der Universität Mobbing vorgeworfen. Zudem habe er geltend gemacht, er erhalte als SVP-Mitglied keine Unterstützung durch die Uni, er werde ungerecht behandelt und überdies habe es offensichtlich keinen Platz an der Uni für ein SVP-Mitglied.

Fischer wies die Mobbingvorwürfe aufs schärfste zurück. Die Uni habe alle personalrechtlichen Verfahren korrekt eingehalten. Dass Mörgeli prominentes Mitglied einer Partei sei, spiele für die Universität keine Rolle. Laut Fischer bedauern sämtliche involvierten Personen und Institutionen die Vorkommnisse.

SVP-Präsident Brunner fordert Aufarbeitung
SVP-Präsident Toni Brunner bezeichnete die Entlassung Mörgelis als «skandalös» und «inakzeptabel». Offensichtlich habe man eine «missliebige Partei» treffen wollen. Brunner fordert eine konsequente Aufarbeitung des «staatspolitisch höchst bedenklichen» Falles. Auch die SVP des Kantons Zürich verlangt in einem Communiqué, die politische Aufarbeitung der «unkontrollierten Vorgänge».

Die Zürcher Bildungsdirektorin und Präsidentin des Universitätsrates, Regine Aeppli (SP), wollte den Entscheid nicht inhaltlich kommentieren. Sie sei aber froh, dass ein Entscheid gefällt worden sei und am Institut wieder Ruhe einkehren könne. (bru;pet, sda)

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Donnerstag, 20.9.2012

Rätsel über Rätsel im «Fall Mörgeli»

Gestern Mittwoch sagte Regierungsrätin Regine Aeppli, Christoph Mörgelis oberste Chefin, die Probezeit für den umstrittenen Medizinhistoriker laufe diese Woche ab. Nun kursiert eine Kopie der Vereinbarung, und darin steht klar: die Probezeit beginnt erst jetzt.  Mehr

Beitrag (2:01)


Weiterführender Link zum Beitrag:

  • uzh.ch: Der Akademische Bericht des Medizinhistorischen Instituts und Museums 2011.

Mehr zum Stichwort:

  • Fall Mörgeli

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