Syngenta erweitert Reis-Geschäft
Investiert 403 Millionen Euro: Syngenta will sich mit dem Zukauf eine bessere Position im Reis-Markt verschaffen. (Reuters)
Der Basler Weltmarktführer Syngenta will für rund 403 Millionen Euro den belgischen Konkurrenten Devgen übernehmen und greift damit tief in die Tasche. Die offerierten 16 Euro je Devgen-Aktie entsprechen einem Aufpreis von knapp 70 Prozent auf den Schlusskurs vom Donnerstag. Der Devgen-Verwaltungsrat steht hinter dem Angebot, wie Syngenta mitteilte.
Mehr Ertrag duch gekreuzte Reislininen
Grossaktionäre, die insgesamt rund 48 Prozent der Anteile halten, unterstützten die Offerte. Devgen ist auch in der Insektenbekämpfung tätig.
«Diese Akquisition wird unsere führende Marktposition bei Reis signifikant stärken», erklärte der Chef des Saatgutgeschäfts, Davor Pisk. Devgen ist auf sogenannten Hybridreis spezialisiert. Diese aus der Kreuzung von zwei genetisch unterschiedlichen Reislinien entstehenden Sorten versprechen wesentlich mehr Ertrag.
Sie stossen aber auch auf Kritik, weil das Saatgut jedes Jahr neu gekauft werden muss. Im Bereich Hybridreis ist auch der deutsche Bayer-Konzern stark engagiert. Reis ist Grundnahrungsmittel für mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung.
Börse reagiert verhalten
An der Börse verursachte die Nachricht keine grossen Wellen. Die Syngenta-Aktie stieg marginal auf 344,80 Franken und entwickelte sich damit im Rahmen des europäischen Sektorindex. Analysten stuften den Kaufpreis als hoch ein.
«Nach der Ankündigung mehrerer Übernahmen im Sektor geht das Technologierennen weiter, und die gezahlten Aufschläge können unseres Erachtens immer weniger gerechtfertigt werden», erklärte Vontobel-Analyst Patrick Rafaisz. Angesichts boomender Agrarmärkte und hoher Preise für Landwirtschaftsprodukte treiben grosse Anbieter von Saatgut und Pflanzenschutz den Ausbau ihres Geschäfts aktiv voran.
Syngenta hatte mit Devgen bereits im Mai eine Forschungskooperation zur Schädlingsbekämpfung vereinbart, basierend auf der sogenannten RNA-Interferenztechnologie (RNAi) der Belgier.
Im August ging der US-Saatgutkonzern Monsanto eine Allianz mit Alnylam ein, um Zugang zum RNAi-Know-how der Biotechnologiefirma zu erhalten. Auch die beiden deutschen Konzerne Bayer und BASF stecken hohe Summen in Zukäufe im Agrarchemiebereich. (prus;wedj, reuters)
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