Polizei tötete Autofahrer durch fünf Schüsse
Fünf Schüsse aus den Waffen der Polizei trafen den Automobilisten in Montreux. (Keystone)
Der Autofahrer, der in Montreux/VD nach einer Verfolgungsjagd erschossen wurde, ist von fünf Kugeln getroffen worden. Ein Projektil traf ihn in den Brustkorb, ein anderes in den Unterleib. Der Mann habe auf die Polizisten gezielt, die sich deshalb bedroht gefühlt hätten.
Dies teilte die zuständige Staatsanwaltschaft mit. Zum derzeitigen Stand der Ermittlungen sei noch nicht geklärt, aus welcher Richtung die tödlichen Schüsse gekommen seien, erklärte der Waadtländer Staatsanwalt.
«Ein Projektil hat das Opfer in den Brustkorb getroffen, ein anderes in den Unterleib», sagte Staatsanwalt Eric Mermoud zur Nachrichtenagentur sda. Den Autopsiebericht habe er aber noch nicht erhalten, deshalb könne er sich nicht zur Flugbahn der Kugeln äussern. Am Tatort wurden insgesamt neun Patronenhülsen gefunden.
Die Chronologie der Ereignisse präzisierte die Staatsanwaltschaft wie folgt: Als der Mann nach einer Verfolgungsjagd über die Autobahn im Zentrum von Montreux durch eine Polizeisperre blockiert war, griff er nach dem Jagdgewehr und zielte in Richtung der Ordnungshüter. Das Gewehr lag vorher auf dem Beifahrersitz.
Die Polizisten fühlten sich bedroht, und drei von ihnen eröffneten das Feuer. Der Polizist, der ebenfalls verletzt wurde, wurde wahrscheinlich von einem Kollegen angeschossen.
Bei der Waffe des getöteten Mannes handelte es sich um ein Jagdgewehr Kaliber 12. Die Untersuchungen zeigten, dass die Waffe geladen war, der Autofahrer aber nicht geschossen hat. Auf dem Beifahrersitz wurde eine Schachtel gleicher Munition gefunden.
Russisches Nummernschild gefälscht
Die russischen Nummernschilder des Ford Mustang, den der Schweizer fuhr, waren gefälscht, der Sportwagen war allerdings in seinem Besitz. Immatrikuliert wurde das Auto im Kanton Waadt und anschliessend bis Anfang September 2012 im Wallis. Seither war es nicht mehr immatrikuliert und somit nicht versichert.
Die Ermittler konnten den getöteten Autofahrer inzwischen formell identifizieren. Der 45-Jährige wohnte in Genf, im Kanton Waadt und seit dem 20. Juni 2012 in Leytron/VS.
An seinem Wohnort wurde eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Dass der Mann einen Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik hinter sich hatte, konnte der Staatsanwalt nicht bestätigen.
Herkunft des Geldes nicht bekannt
Im Auto des Mannes wurden über 25'000 Franken in bar gefunden; die Herkunft des Geldes konnte bisher aber nicht geklärt werden. Es scheine aber, dass das Geld nicht aus krimineller Quelle stamme.
Der Geschwindigkeitsexzess, der am Anfang der Verfolgungsjagd stand, soll nicht der erste gewesen. Die Waadtländer Polizei hatte am 31. August 2012 versucht, den Fahrer eines Ford Mustang zu identifizieren, der auf der Autobahn bei Montreux zu schnell gefahren war. Er fuhr 29 km/h über der Geschwindigkeitsbegrenzung.
Angeschossener Polizist operiert
Der verletzte Polizist wurde inzwischen am Universitätsspital von Lausanne operiert. Der Eingriff sei gut verlaufen, die Verletzung an einer Schulter wird von den Ärzten als ernst bezeichnet. Dennoch konnte der Polizist vom Staatsanwalt vernommen werden.(wedj, sda)
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