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Freitag, 21.9.2012

Facebook stoppt Gesichtserkennung in Europa

Die Gesichtserkennung bei Facebook hat die deutschen Datenschützer auf die Barrikaden getrieben – jetzt lenkt das weltgrösste Online-Netzwerk ein. Die Funktion wurde in Europa deaktiviert. Wie und wann sie wieder eingeführt werden könnte, ist unklar.

Facebook ist schon länger im Visier von Datenschützern. (SF)

Facebook stoppt nach Kritik von Datenschützern die umstrittene Gesichtserkennungs-Funktion in Europa. Das Online-Netzwerk erklärte sich bereit, bis zum 15. Oktober alle bisher dafür erstellten Nutzerprofile zu löschen, wie die irische Datenschützbehörde mitteilte. Die Funktion sei bereits für alle neuen Nutzer in der Europäischen Union abgeschaltet gewesen und werde jetzt komplett auf Eis gelegt.

«Wir glauben weiter, dass man Gesichtserkennung in Europa legal anbieten kann», betonte danach Facebook-Europachef Richard Allan. Er nannte keinen Zeitrahmen, wann die Funktion wieder eingeführt werden könnte.

Die automatische Gesichtserkennung soll nach der Vorstellung von Facebook den Nutzern helfen, ihre Freunde in Fotos zu finden und zu markieren. Dabei werden die Bilder von einer Software analysiert und dem Nutzer werden Namen seiner Bekannten vorgeschlagen.

Neustart für Gesichtserkennung
Facebook hatte in den vergangenen Monaten immer wieder betont, die Fotomarkierungs-Funktion sei aus Sicht des Netzwerks vollkommen konform mit den europäischen Datenschutzbestimmungen. Die irische Datenschutzbehörde verlangte aber nach Konsultationen mit ihren Kollegen in anderen Ländern Änderungen an dem Verfahren.

«Die irischen Datenschützer glauben nicht, dass wir etwas illegales getan haben», schränkte Facebook-Europachef Allan ein. Zugleich hätten sie aber mit Nachdruck ein Verfahren empfohlen, bei dem Nutzer der Funktion zustimmen müssen. Facebook habe sich daher für einen kompletten Neustart mit der Löschung aller bisheriger Gesichtsmuster entschieden, um für klare Verhältnisse zu sorgen.

Zufriedene Datenschützer
Die irische Datenschutzbehörde ist für die Kontrolle von Facebook in Europa zuständig, weil der US-Konzern in Irland sein europäisches Hauptquartier angesiedelt hat. Sie legte den aktuellen, fast 200 Seiten starken Prüfbericht vor. Die Datenschützer zeigten sich weitgehend zufrieden damit, wie ihre Empfehlungen von Dezember 2011 umgesetzt wurden.

Nach wie vor müsse Facebook aber unter anderem bei Datenschutz-Informationen für bestehende Nutzer nachbessern und besser dafür sorgen, dass beim gezielte platzierte Werbeanzeigen sich nicht auf Datenschutz-rechtlich relevante Kategorien beziehen. Facebook werde dazu in den kommenden Wochen Vorschläge vorlegen und die Einhaltung bereits bestehende Regelungen demonstrieren, kündigte Allan an.

Der Europachef hob das insgesamt positive Fazit der irischen Datenschützer hervor: «Wir sind sehr zufrieden mit den erzielten Fortschritten.» Das zeige auch, dass es der richtige Weg sei, vor allem zentral mit der Datenschützbehörde am europäischen Sitz des Unternehmens zu kommunizieren. (sf)

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