Mörgeli: «Für Kaffeeklatsch fehlt mir die Zeit»
SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli weist Schuld von sich. (Keystone)
Christoph Mörgeli hat nach seiner Entlassung bei der Universität Zürich Stellung genommen. In einem Interview mit der «Berner Zeitung» sieht er kein Fehlverhalten seinerseits. Auf die Frage, ob er «in dieser Affäre Fehler gemacht» habe, antwortete Mörgeli: «So, wie ich sie beurteile, nicht.»
Er habe nur darauf verwiesen, dass sein Vorgesetzter im akademischen Bericht selbst aus Sicht der Universitätsleistung seine Persönlichkeitsrechte tangiert habe. Und er habe gesagt, er müsse Strafanzeige einreichen, «sollte die Universitätsleitung wegen der Amtsgeheimnisverletzung nicht von sich aus aktiv werden», erklärte der Medizinhistoriker und Zürcher SVP-Nationalrat.
Politischer Hintergrund
Mörgeli bekräftigte im Gespräch seine Überzeugung, die ganze Affäre habe einen politischen Hintergrund. Seiner Schilderung nach bezog sich die Kritik an seinem Verhalten auf Kleinigkeiten. So habe er etwa Post in einem falschen Papierkorb entsorgt oder zu wenig am Institutsleben teilgenommen. Aber: «Für Kaffeeklatsch fehlt mir schlicht die Zeit», so Mörgeli.
In Bezug auf die fachliche Kritik räumte Mörgeli ein, es gebe «immer Dinge, die man verbessern» könne - in jedem Museum. Er unterstrich seine Sorge um die öffentlichen Mittel: Als Staatsangestellter habe er es nicht verantworten können, «dass wir alle paar Jahre die ständige Ausstellung für Millionen neu einrichten». Auch die Magazine dürfe er «nicht vergolden».
Trotz allem: Für Mörgeli ist es sogar denkbar, wieder an seine Stelle als Kurator zurückzukehren. Auf die Frage, ob er eine Wiederaufnahme der Arbeit als realistisch einschätze, erklärte er klipp und klar: «Selbstverständlich.» Er arbeite im Parlament auch mit unzähligen Leuten zusammen, die anderer Meinung seien als er.
Kritik an Leistung und Verhalten
Die Universität hatte den langjährigen Kurator des Medizinhistorischen Museums am Freitag gekündigt. Hauptgrund waren negative Leistungsbeurteilungen als Kurator. Die Ausstellung sei veraltet und teilweise fehlerhaft, die riesige Sammlung teils unsachgemäss gelagert und vernachlässigt.
Die sofortige Freistellung erfolgte jedoch aufgrund des Verhaltens von Mörgeli, nachdem die Vorwürfe publik geworden waren. Mit seinen schweren, in den Medien geäusserten Vorwürfen habe Mörgeli die Loyalitätspflicht verletzt. Eine Rückkehr Mörgelis ans Museum sei undenkbar, sagte Unirektor Andreas Fischer am Freitag. (fors, sda)
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