Islamisten aus somalischer Hafenstadt vertrieben
Schon vor ein paar Tagen haben einige Mitglieder der radikal-islamischen Miliz al-Shabab in Somalia ergeben. (Archiv Reuters)
Das Blutvergiessen in Somalia geht weiter. Die al-Shabaab-Milizen müssen sich weiter zurückziehen. Für immer mehr Journalisten endet die Berichterstattung über die Kämpfe tödlich.
Die Streitkräfte Kenias haben die Offensive gegen die radikal-islamische al-Shabaab-Miliz fortgesetzt: Mit der Hafenstadt Kismayo verloren die Islamisten die Kontrolle über ihre letzte grosse Bastion im Süden Somalias. Am Freitag hatte das kenianische Militär nach eigenen Angaben etwa drei Viertel der Stadt erobert. In einigen Bezirken wurde aber noch gekämpft. Auch der lokale Radiosender befand sich am Freitag noch in der Hand von al-Schabaab. Über Opfer und Verletzte wurde zunächst nichts bekannt.
Somalische Einheiten und Truppen der Afrikanischen Friedenstruppe (Amisom) rückten nach Angaben der Afrikanischen Union (AU) in die Stadt ein, um die Kontrolle zu übernehmen. «Dies ist ein grosser Sieg», sagte der Sprecher der kenianischen Streitkräfte, Major Emmanuel Chirchir. Die islamistischen Milizionäre zögen sich oft ohne Gegenwehr zurück.
13‘000 Flüchtlinge im September
Etwa 1400 Somalier sind nach Angaben des Sprechers des Uno-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Andreas Needham, allein am Donnerstag aus Kismayo geflohen. Insgesamt hätten 13‘000 Menschen die umkämpfte Stadt im September verlassen.
Die jüngsten Kämpfe um die Hafenstadt etwa 500 Kilometer südlich der Hauptstadt Mogadischu hatten am Donnerstag begonnen. Die kenianische Luftwaffe und Kriegsschiffe vor der Küste beteiligten sich an der Offensive.
«Amisom will die Menschen in Kismayo befreien, damit sie in Frieden, Stabilität und Sicherheit leben können», betonte Amisom-Kommandant Andrew Gutti laut einer Mitteilung der Friedenstruppe. Er forderte die noch verbliebenen Milizionäre in der Stadt auf, die Waffen niederzulegen.
Berichterstatter erschossen
Mit dem Tod des 32-jährigen Journalisten Ahmed Abdulahi Fanah stieg die Zahl der bei Kämpfen getöteten Reporter nach Angaben des somalischen Journalistenverbands Nusoj auf 15 Tote. Fanah, der für die Nachrichtenagentur Jemens arbeitete, wurde an einem Posten von regierungstreuen Milizionären in Mogadischu erschossen. Über die Hintergründe wurde zunächst nichts bekannt.
Am Donnerstag war in Mogadischu die enthauptete Leiche des Journalisten Abdirahman Mohamed Ali gefunden worden. Er war zuvor von Unbekannten entführt worden.
Al-SchabBab will Gottesstaat errichten
Seit 2007 dominieren die al-Shabab-Milizen grosse Teile Somalias. Die Islamisten kooperieren mit dem Terrornetzwerk al-Qaida. Sie wollen in Somalia einen islamischen Gottesstaat verwirklichen. Nach mehreren Entführungen und Terroranschlägen im Norden Kenias waren 2011 kenianische Truppen in den Süden Somalias einmarschiert. (lin, dpa)
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