Mord in Wettingen: Opfer hatte Täter angezeigt
(Symbolbild, Keystone)
In Wettingen ist am Mittwoch eine Frau erschossen worden. Ihr Ehemann betrat ihr Coiffeurgeschäft und schoss mehrmals mit einer Pistole auf sie. Sie starb noch am Ort. Danach richtete der Mann die Waffe auf sich selbst. Er verstarb im Spital an seinen Verletzungen. Trotz einer Anzeige der Frau gegen ihren Mann sah die Polizei die Tat nicht kommen.
Die Polizei geht von einem Beziehungsdrama aus. Das genaue Motiv und die Umstände des Tötungsdeliktes seien aber noch unklar, so Bernhard Graser von der Kantonspolizei Aargau. Die beiden Eheleute haben getrennt voneinander gelebt. Und die 40-jährige Ehefrau habe ihren 51-jährigen Mann kürzlich wegen Drohung angezeigt. Es gab zudem gegenseitige Beschuldigungen. Zum Zeitpunkt der Bluttat waren die polizeilichen Ermittlungen zu dieser Anzeige noch im Gang.
Trotz dieser Anzeige und mehreren Kontakten mit dem Ehepaar sah die Kantonspolizei Aargau das Tötungsdelikt nicht kommen. Um sicher zu sagen, dass die Polizei nichts falsch gemacht habe, sei es noch zu früh so Graser gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn. Aber die ersten intensiven Untersuchungen deuteten darauf hin, dass die Polizei wohl richtig reagiert habe: «Man muss sagen, wir haben die Sache nicht auf die leichte Schulter genommen. Wir sehen momentan keinen Punkt, wo wir sagen könnten, da hätten wir mehr tun müssen, Massnahmen beantragen müssen. Es waren mehrere kleine Ereignisse, die sich summiert haben. Es gab keine schweren Bedrohungen und von der Schusswaffe hatten wir keine Kenntnis».
Graser stellt weiter klar, das es nicht gesetzliche Schranken waren, die die Polizei behindert hätten. Es sei schlicht eine schwierig einzuschätzende Situation gewesen. «Fazit: Man kann solche Taten leider nicht einfach verhindern. In diesem Fall waren wir überrascht, dass es so eskaliert ist.» (vitre/meb)
