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Freitag, 5.10.2012

Engpass bei Lieferung von Grippeimpfstoffen

Experten rechnen für den nächsten Winter mit einer starken Grippewelle. Doch wer sich jetzt bei seinem Arzt dagegen impfen lassen will, muss sich zum Teil gedulden. Vereinzelt verzögert sich die Lieferung des Impfstoffs.

Risikogruppen und Pflegepersonal wird empfohlen, sich gegen das Grippevirus zu impfen. (Keystone)

Von Inlandredaktor Roland Wermelinger

Ärzte und Apotheker haben das benötigte Serum bei Pharmaunternehmen bestellt. Doch nicht alle haben die Ware erhalten, bestätigt Daniel Koch. Er ist beim Bundesamt für Gesundheit zuständig für übertragbare Krankheiten: «Dieses Jahr gibt es ein Problem. Wir haben bei den Impfstoffproduzenten in der Schweiz nachgefragt, wie es mit den Lieferungen steht und zwei der fünf haben Verzögerungen mit den Auslieferungen in Schweiz.»

Um einige Wochen verschoben
Eines der beiden Pharmaunternehmen mit Lieferproblemen ist Novartis. Mündlich äussern möchte man sich dort nicht dazu. Auf Anfrage bestätigt Novartis aber, man habe die Auslieferung der Impfstoffe für Europa, Kanada und Asien um einige Wochen verschieben müssen.

Namentlich in Deutschland regen sich Impfexperten in diesen Tagen darüber auf; man spricht von einer «Verunsicherung der Patienten».

Virus ist schuld
Pharmamultis schieben die Schuld auf das Virus. der Impfstoff müsse nämlich jedes Jahr den aktuellen Erregerstämmen angepasst werden. Verzögerungen bei der Erstauslieferung seien deshalb nicht ungewöhnlich.

Wie stark die Grippewelle dieses Jahr sein wird, lässt sich zwar nicht exakt bestimmen. Doch Experten, wie der Virologe Yves Thomas vom nationalen Zentrum für Influenza in Genf beobachten das zurzeit stark vergrippte Australien mit einer gewissen Sorge.

Dass diese Virenstämme nach Europa verschleppt werden, sei gut möglich: «Man kennt und beobachtet dieses Grippevirus gut.» Es könne bei den Risikogruppen durchaus gefährlich werden.

Wenn auch nicht so wie Mitte der 90er-Jahre, als vor allem in Alters- und Pflegeheimen aussergewöhnlich viele Menschen an den Folgen des Sidney-Grippevirus starben. Viel mehr noch, als die über tausend Grippetoten, die normalerweise pro Jahr in der Schweiz gezählt werden.

Risikogruppen impfen
Bund und Kantone empfehlen eine Impfung für Kleinkinder, Menschen über 65, schwangere Frauen und chronisch Kranke.

Im internationalen Vergleich ist die Schweiz ein impfscheues Land. Während sich in den USA zwei Drittel der Bevölkerung bei Ärzten und Apothekern impfen lassen, tut es in der Schweiz nicht einmal jeder Fünfte. Daran haben auch Pandemien wie die Vogelgrippe oder vor drei Jahren die Schweinegrippe nichts geändert. (basn;prus)

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Patienten müssen noch auf Grippeimpfstoff warten. (Inlandredaktor Roland Wermelinger, 5.10.2012)
Hören (2:07)

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